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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Höf  1  er.

förmlichen  Bürgerkriegen.  Andronikos,  welcher  seinen  Vater
als  der  Union  günstig  nur  heimlich  begraben  liess,  gab  das
Vertheidigungsystem  auf,  welches  den  Kaisern  von  Niciia  so
nützlich  und  erfolgreich  gewesen,  kehrte  von  der  Volksbewaffnung ­
  zu  den  Miethsoldaten  zurück  und  bereitete  damit  in
seiner  langen  Regierung  den  Untergang  der  griechischen  Bevölkerung, ­
  das  Vordringen  der  türkischen  vor.  Erst  fiel  das
flache  Land  in  ihre  Hände,  dann  die  Städte.  Der  Einbruch
der  grossen  catalanischen  Compagnie  —  erprobter  Krieger  aus
den  Kämpfen  um  Sicilien  —  konnte  nur  helfen,  wenn  ihnen
das  griechische  Asien  überlassen  wurde;  aber  statt  einen
dauernden  Vortheil  von  diesem  Söldnerheer  zu  ziehen,  vermehrte
ihr  Aufenthalt  im  byzantinischen  Reiche  1303—1310  nur  das
allgemeine  Elend,  als  Roger  de  Flor  erst  zum  Cäsar  erhoben,
dann  meuchlings  ermordet  wurde  und  auch  die  Catalanen  den
Vernichtungskampf  gegen  die  Griechen  begannen.  Von  dieser
Wunde  und  der  gegenseitigen  Vernichtung  von  Streitkräften,
die  ausgereicht  hätten,  das  griechische  Asien  wirksam  zu
schützen,  erholte  sich  das  Reich  nicht  mehr.  Seine  Geschichte
wird  seitdem  die  Geschichte  der  Ausbreitung  osmanischer  Herrschaft. ­
  In  einer  einzigen  Expedition  erschlugen  die  Catalanen
in  der  Umgebung  von  Constantinopel  5000  Bauern.  Die  Strecke
von  Selymbria  bis  Constantinopel  liess  Andronikos  selbst  wüste
legen.
Der  Sohn  des  Andronikos,  der  Kaiser  Michael  IX.,  starb
aus  Kummer  über  die  Ermordung  seines  zweiten  Sohnes  Manuel,
welcher  irrthümlich  statt  des  Buhlen  der  Geliebten  des  jüngeren
Andronikos  auf  des  letzteren  Befehl  ermordet  worden  war,  1320.
Ein  dreimaliger  Kampf  des  alten  Andronikos  mit  seinem  Enkel
folgte  nach  (1321,  1322,  1328);'  der  alte  Fürst  erlebte  die
Erstürmung  Constantinopels  durch  seinen  Enkel,  wurde  blind
und  starb  als  Mönch.  Andronikos  III.  erlangte  das  Despotat
von  Epiros  neben  Nicäa.  Der  Kaiser  hoffte  durch  Einführung
abendländischer  einfacher  Gebräuche  dem  Reiche  aufzuhelfen,
musste  sich  aber  überzeugen,  dass  schon  nichts  mehr  helfe.
Bereits  gab  es  keine  Flotte,  die  Küste  vor  den  Einfallen  türkischer ­
  Piraten  zu  schützen.  Ein  vierzehntägiger  Krieg  zwischen

1  Pariaot,  Cantacuzene,  homme  d’etat  et  liiatorien.  Paria  1845.
            
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