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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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Schreiber  des  letztem,  so  wie  überhaupt  seine  unnöthige  schändliche ­
  Grausamkeit,  welche  zuletzt  sich  an  ihm  und  seinen
Söhnen  blutig  rächte,  sind  nicht  Züge  eines  intelligenten  Fürsten,
sondern  eines  stupiden  Wiithrichs, 1  den  zu  loben  nur  Jemand
unternehmen  konnte,  dem  Effectmacherei  höher  als  alle  Wahrheit ­
  ging.  In  officiellen  Schreiben  die  Normannen  als  Schuhflicker ­
  zu  bezeichnen,  vor  denen  man  sich  nicht  im  geringsten
fürchten  soll,  wie  (nach  Niketas)  Andronikos  dem  David  befahl,
welchen  unfähigen  Menschen  er  zum  Befehlshaber  von  Thessalonika
  gemacht  und  welcher  sich  vor  ihm  mehr  fürchtete  als
vor  den  Normannen,  bewies  selbst  nicht  einmal  einen  mittelmassigen
  Verstand.  Dann  freilich,  als  Thessalonika  gefallen
war,  80,000  Normannen  sich  in  den  Besitz  der  Stadt  gesetzt
hatten,  liess'  er  die  Verwandten  David’s  in  den  Kerker  werfen
und  prahlte,  wie  er  die  Franken  vernichten  werde.  Ihre  Ausschweifungen ­
  waren  es,  ihre  Vermessenheit,  die  sie  zu  Grunde
l-ichtete;  sein  Verdienst  war  an  ihrem  Untergange  wohl  das
wenigste.
Als  endlich  der  Sturz  dieses  Ungeheuers  erfolgte,  war
es  wie  der  Hereinbruch  des  Fatum,  als  sich  der  Pöbel  von
Constantinopel  jetzt  in  den  Besitz  des  kaiserlichen  Palastes
setzte  und  den  Schatz  der  Komnenen  plünderte,  80.000  Gold
Byzantiner,  300  Cent,  in  Silber,  200  in  Kupfermünzen  wegschleppte ­
  mit  allen  Kostbarkeiten  der  kaiserlichen  Capelle.
Schlag  für  Schlag  entlud  sich  das  Ungewitter  über  das  Reich.
Das  Emporkommen  des  unfähigen  Hauses  Angelos  ist  von  der
Losreissung  des  Kaiserthums  Trapezunt,  des  Königreichs
Cypern,  dem  Verluste  von  Dyrrachium,  der  Erhebung  des
zweiten  bulgarischen  (wallachischen  —  weisswallachischen)  Königthums ­
  1186,  der  Eroberung  von  Jerusalem  durch  Saladin  1187
und  dem  Uebergewicht  der  moslemischen  Waffen,  welchem
der  Kreuzzug  der  Deutschen  nur  vorübergehend  begegnete,
begleitet.  Bereits  stand  es  an  dem  deutschen  Kaiser  über
die  Kronen  von  Serbien  und  Bulgarien  zu  verfügen,  40,000
Wlachen  waren  bereit  dem  K.  Friedrich  in  den  Orient  zu
folgen,  wenn  er  Peter  oder  Asan  zum  Bulgarenkaiser  mache.
1190.  Nicht  lange  dauerte  es  und  der  Erzbischof  Conrad  von
1  Krause  (die  Eroberungen  von  Constantinopel  S.  24)  bezeichnet  ihn  als
Hyäne.
            
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