Abhandlungen ans dem Gebiete der alten Geschichte.
in
liehen Gewalt fest; sie mussten es jetzt um so mehr thun, als
die Ereignisse im Oriente die Theorie von den fünf Patriarchaten
vernichtet hatten. Antiochia und Jerusalem erkannten das
päpstliche Primat an. Andererseits trat aber auch in Rom das
Bedürfniss einer Aussöhnung mit dem griechischen Osten ebenso
entschieden hervor als Manuel sich gleichfalls zu einer Annäherung
an den Occident gedrungen fühlte. Man hatte ipi
X. und XI. Jahrhunderte in Constantinopel die Alemannen mit
Hoehmuth behandelt, als gefirnisste Barbaren betrachtet. Im
XII. musste man fühlen, dass aus dem Nationalitätenstreit,
welcher sprachlich wie kirchlich geführt wurde, eine Machtfrage
geworden war, man das Abendland nicht nur nicht entbehren
konnte, sondern auch auf dasselbe einen Einfluss zu gewinnen
suchen müsse. Als aber nun Manuel alle Segel aufspannte,
um die politische Aussöhnung mit dem Papste zu gewinnen,
die er selbst als eine Restitution der alten römischen Kaiserrechte
ansah, musste er sich überzeugen, dass hiervon so lange
keine Rede war, als nicht die kirchliche Aussöhnung vorangegangen
war. Die Byzantiner (Kynamos) sagten zwar, die
Unterhandlungen zwischen Papst Alexander III. und Kaiser
Manuel wären daran gescheitert, dass ersterer von diesem verlangt
hätte, seine Residenz nach Rom zu verlegen; allein die
Wahrheit dieser Behauptung ist im höchsten Grade verdächtig.
Papst und Kaiser hatten in Rom nicht mehr Platz; das war
kaum unter Otto III. und Gregor V. oder Sylvester II. möglich
gewesen. Seitdem aber hatten sich die Dinge wesentlich verändert.
Allein wenn auch die ersten Komnenenkaiser von der
Nothwendigkeit eines Anschlusses an das Abendland überzeugt
waren, Clerus und Volk wollten nichts davon wissen; der
Racenstreit durchkreuzte alle gesunde Politik. Es war dem
letzten Komnenen Andronikos 1182 nicht zu schwer, den
Pöbel von Constantinopel gegen die Lateiner aufzulietzeu, so
dass diese überfallen und ermordet wurden, der Cardinallegat
Johannes getödtet, sein Kopf an den Schweif eines Hundes
befestigt durch die Strassen der Stadt geschleift, mehr als
4(J00 Lateiner an die Türken als Sclaven verkauft wurden.
Die blutige That war der Beweis, dass der Racenkampf
zwischen Lateinern und Griechen stärker als alle Politik der
Pürsten war. Er zog sich von den Komnenen in die Zeit