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Hofier.
Westen, Ungarn, Italien und den grossen Kämpfen des deutschen
Reiches, der Vereinigung des byzantinischen mit dem magyarischen,
der Wiederherstellung der Einheit des Kaiserthums und
wohl auch der Kirche zu. Die grössten Ideen bewegten damals
die Welt, bewegten den Kaiser, welcher, ein Ritter ohne
Gleichen, an Stärke allen Zeitgenossen überlegen, von Constantinopel
aus Seemächte und Binnenmächte des Abendlandes in
Bewegung setzte, ein würdiger Zeitgenosse Friedrich Barbarossa’s
und Sultan Salaheddins. Wie aber waren Pläne, welche
sich auf die Wiedererlangung des Westens, auf die Beherrschung
Ungarns, Dalmatiens, Italiens, Böhmens bezogen, ausführbar,
wenn nicht zuerst das kirchliche Schisma beseitigt und in
dieser Beziehung eine Verständigung mit der alten Metropole
des Weltkaiserthums stattfand?
Noch Anna Komnena hatte an dem Satze festgehalten,
dass dem Stuhle von Constantinopel durch kaiserliche Verleihung
das Primat zugehöre, die Synode von Chalkedon dem Patriarchen
von Constantinopel die Diöcesen im Reiche — für die Byzantiner
ava tyjv oixoup.evT]v — verliehen habe. Allein die Thatsaehen,
welche jetzt entstanden und welterschütternd waren,
erwiesen sich auch mächtiger als alle Theorien. Der Druck
der Seldschuken brachte schon 1085 den Kaiser Alexios dazu,
bei dem Concil von Piaceuza Hülfe vom Papst Urban II. zu
verlangen. War sodann das Resultat des ersten Kreuzzuges
wohl in einer Ausdehnung des byzantinischen Reiches bestanden,
so war doch die Ausdehnung der lateinischen Kirche auf ehemaligem
byzantinischen Reichsboden noch grösser. Es entstanden
die Patriarchate von Jerusalem und Antiochia wieder, aber nicht
mehr als griechische, sondern als lateinische. Um so mehr
arbeitete bereits Alexios daran, die römische Kaiserkrone zu
empfangen, wozu ihm die Streitigkeiten Papst Paschalis 11. und
der vom lateinischen Oriente ausgehende Bann des Kaisers
Heinrich V. den Weg zu bereiten schien. Allein schon Alexios
konnte sich überzeugen, dass der wahre Weg dazu nur die
Anerkennung des päpstlichen Primates und die Herstellung der
* kirchlichen Union sei. Viel bestimmter als die Deutschen,
welche sich Jahrhunderte lang mit der Theorie der beiden
Schwerter, des geistlichen und weltlichen, befassten, hielten die
byzantinischen Kaiser au der göttlichen Einrichtung der weit-