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Hofier.
Es fehlte ihm die geniale Kühnheit eines Heraklios. Der stete
Nachschub von Kreuzfahrern, die fortwährend ihren Weg über
Constantinopel nahmen, erforderte freilich des Kaisers Anwesenheit
in der Hauptstadt, die nun von Dänen unter Suen, von
Angelsachsen unter Edgar Atheling, von bretonischen Celten
unter Fergant in der nächsten Zeit durchzogen wurde, so dass,
wie früher die Nationen des Ostens, so jetzt die des Westens
sich nach dem alten Kaisersitze drängten. Aber schon unter
Alexios gestalteten sich die Anfänge eines neuen Staatensystemes,
da die Feindseligkeiten der Byzantiner und Normannen
auch in den Orient übertragen wurden, Pisaner und Genuesen
auf Seite Boemund’s kämpften und endlich Letzterer den Krieg
1107 nach Aulon trug, offenbar in der Absicht, dem byzantinischen
Reiche dasselbe Schicksal zu bereiten, das 41 Jahre
früher ein anderer Normanne, Wilhelm der Eroberer, durch
glückliche Landung dem angelsächsischen Königreiche bereitet
hatte. Allein anstatt dem Normannenfürsten gegenüber Alles
auf einen Wurf zu setzen, wie es König Harold 1066 gethan,
verschanzte bedächtig Alexios alle Zugänge in das Innere und
zwang er endlich September 1108 Boemund in seiner Eigenschaft
als Fürst von Antiochia zu huldigen, ihm eine Anzahl
cilicischer und syrischer Städte auszuliefern — die ganze Küste
zwischen dem Kydros und dem Hermon und dazu Laodicea,
Gabata, Valanea, Marathos, Tortosa und Andros, — sowie zu
dem Versprechen, alle künftigen Eroberungen in Syrien dem
Kaiser und dessen Sohne Kalojohannes zu übergeben. Allein
auf den Frieden mit Boemund folgte erst noch ein Krieg mit
dem Fürsten Tankred, den Genuesen und Pisanern, ein fast
ununterbrochener Kampf mit den Türken. Die Kreuzzüge beseitigten
offenbar drückende Uebelstände nur, um neue zu
schaffen. Die griechische Bevölkerung in Kleinasien sammelte
sich ausserhalb der Städte um die sog. Kataphygia; wer
konnte, begab sich in erstere oder nach Europa. Es war ein
Ueberfluthen Kleinasiens durch die Türken, eine 'Stete Verringerung
der griechischen Bevölkerung daselbst bemerkbar.
Die turanischen Steppen ergossen ihren Völkerinhalt nach
Kleinasien und bahnten damit selbst dem Mongolensturme im
XIII. Jahrhunderte den Weg. Die Armee bestand aus Fremden
und erschöpfte den Staat, der zu Kupfermünze, zur Einsclnnel-