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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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nun  auch  die  ehemaligen  Besitzungen  der  Byzantiner  in  Afrika
zu  erlangen  strebte  und  fortwährend  den  Osten  argwöhnisch
überwachte,  wie  von  diesem  mit  steigender  Besorgniss  betrachtet
wurde,  selbst  jedoch  keinem  der  beiden  Kaiser,  sondern  dem
Papste  unterthänig  war.  Mochten  die  Ivomnenen  wollen  oder
nicht,  sie  mussten  eine  Stellung  zu  dem  Abendlande  nehmen.
Ihre  orientalische  Herrschaft  war  gebrochen,  wie  die  in  Unteritalien; ­
  das  romäische  Reich  hatte  aufgehört,  ein  dualistisches,
in  zwei  Erdtheilen  wurzelndes  zu  sein,  das  es  anfänglich  gewesen ­
  war.  Es  musste  sehen,  wie  es  als  europäisches  Reich
noch  eine  massgebende  Stellung  gewinne  und  schien  diese
durch  den  Anschluss  an  das  deutsche  Kaiserthum  zu  erlangen,
wobei  es  ja  dem  Basileus  noch  immer  freistand,  sich  für  den
ersten  Kaiser  der  Christenheit  anzusehen.  Im  Ganzen  aber
musste  man  sagen,  dass  das  Reich  noch  immer  eher  in  der
Lage  war,  Impulse  zu  empfangen,  als  diese  anderen  mitzutheilen.
  Da  erfolgte  ganz  unerwartet  und  beinahe  noch  immer
unerklärlich  die  Ueberfluthung  des  Orientes  durch  die  binnenländischen ­
  Sehaaren  des  christlichen  Europa’s.
Man  konnte  sich  kaum  eine  grössere  Umwälzung  denken,
als  diejenige,  welche  nun  nach  den  Concilien  von  Piacenza
und  Clermont  erfolgte,  als  nicht  die  europäischen  Staaten,
sondern  die  Völker  des  Abendlandes  sich  über  den  Orient  warfen
und  eine  Bewegung,  welche  Nikephoros  Phokas  und  Johann
Tzimisches  als  Kaiser  unternommen  und  durchgeführt  hatten,
die  aber  dann  wieder  in  Stocken  gerathon  war,  seit  1096  auf
sich  nahmen.  Die  Periode  der  Kreuzzüge,  für  das  byzantinische
Reich  geradezu  verhängnissvoll,  begann.  Die  Bewegung,  die
die  Massen  ergriffen,  bahnte  sich  mitten  durch  dasselbe
seinen  Weg  und  zwang  es,  eine  Stellung  zu  Ereignissen  zu
nehmen,  die  ferne  von  Constantinopel  ihren  eigentlichen  Heerd
hatten  und  beinahe  200  Jahre  lang  sich,  plötzlich  hereinbrechenden ­
  Gewittern  gleich,  über  dasselbe  entluden.  Von  der
Stellung,  die  Alexios  gleich  anfänglich  einnahm,  vor  Allem
aber  von  der  Frage,  ob  das  griechische  Volk  einer  gleichen
Begeisterung  fähig  war  wie  die  Abendländer,  ob  die  Romäer,
welche  am  meisten  Nutzen  von  den  Kreuzzügen  ziehen  konnten,
auch  willig  waren,  für  die  gemeinsame  Sache  entsprechende
Opfer  zu  bringen,  hing  nicht  blos  der  Ausgang  der  Kreuzzüge,
            
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