Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
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nun auch die ehemaligen Besitzungen der Byzantiner in Afrika
zu erlangen strebte und fortwährend den Osten argwöhnisch
überwachte, wie von diesem mit steigender Besorgniss betrachtet
wurde, selbst jedoch keinem der beiden Kaiser, sondern dem
Papste unterthänig war. Mochten die Ivomnenen wollen oder
nicht, sie mussten eine Stellung zu dem Abendlande nehmen.
Ihre orientalische Herrschaft war gebrochen, wie die in Unteritalien;
das romäische Reich hatte aufgehört, ein dualistisches,
in zwei Erdtheilen wurzelndes zu sein, das es anfänglich gewesen
war. Es musste sehen, wie es als europäisches Reich
noch eine massgebende Stellung gewinne und schien diese
durch den Anschluss an das deutsche Kaiserthum zu erlangen,
wobei es ja dem Basileus noch immer freistand, sich für den
ersten Kaiser der Christenheit anzusehen. Im Ganzen aber
musste man sagen, dass das Reich noch immer eher in der
Lage war, Impulse zu empfangen, als diese anderen mitzutheilen.
Da erfolgte ganz unerwartet und beinahe noch immer
unerklärlich die Ueberfluthung des Orientes durch die binnenländischen
Sehaaren des christlichen Europa’s.
Man konnte sich kaum eine grössere Umwälzung denken,
als diejenige, welche nun nach den Concilien von Piacenza
und Clermont erfolgte, als nicht die europäischen Staaten,
sondern die Völker des Abendlandes sich über den Orient warfen
und eine Bewegung, welche Nikephoros Phokas und Johann
Tzimisches als Kaiser unternommen und durchgeführt hatten,
die aber dann wieder in Stocken gerathon war, seit 1096 auf
sich nahmen. Die Periode der Kreuzzüge, für das byzantinische
Reich geradezu verhängnissvoll, begann. Die Bewegung, die
die Massen ergriffen, bahnte sich mitten durch dasselbe
seinen Weg und zwang es, eine Stellung zu Ereignissen zu
nehmen, die ferne von Constantinopel ihren eigentlichen Heerd
hatten und beinahe 200 Jahre lang sich, plötzlich hereinbrechenden
Gewittern gleich, über dasselbe entluden. Von der
Stellung, die Alexios gleich anfänglich einnahm, vor Allem
aber von der Frage, ob das griechische Volk einer gleichen
Begeisterung fähig war wie die Abendländer, ob die Romäer,
welche am meisten Nutzen von den Kreuzzügen ziehen konnten,
auch willig waren, für die gemeinsame Sache entsprechende
Opfer zu bringen, hing nicht blos der Ausgang der Kreuzzüge,