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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  alten  Geschichte.

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sieh  anschloss,  dem  byzantinischen  Kaiser-  und  Staatswesen
gleich  sehr  sich  entfremdete.  Als  in  friedlicher  Weise  auf  dem
Wege  einer  Verständigung  der  Fürsten-  und  Volkstämme  —
ein  in  Constantinopel  ungekanntes  Verfahren  —  den  fünf  sächsischen ­
  Königen,  die  Franken  nachfolgten,  das  deutsche  Kaiserthum ­
  durch  den  natürlichen,  nicht  gezwungenen  Wechsel  der
Dynastie  eher  an  Kraft  und  Macht  gewann  als  verlor,  war  im
byzantinischen  Reiche  auf  den  verhassten  Basilius  II.  bereits
ein  Sinken  des  Kaiserthums  eingetreten;  im  deutschen  Reiche
aber  wurden  Versuche  angestellt,  auch  Ungarn  zum  deutschen
Vasallenreiche  zu  machen  und  dem  Verfalle  der  römischen
Kirche  im  Interesse  der  Gresammtheit  wie  der  deutschen  Nation
zu  steuern.  Die  Wiederaufrichtung  des  unter  den  Händen  der
Römer  in  Verfall  gorathenen  Papsthums  durch  die  Deutschen
übte  aber  dann  selbst  einen  mehr  als  gewöhnlichen  Einfluss
auf  die  byzantinischen  Verhältnisse  aus.  Niemals  waren  Kaiserthum ­
  und  Papstthum  so  innig  mit  einander  verknüpft  als  von
1C46—1057  unter  den  deutschen  Päpsten,  so  dass  man  in  Constantinopel ­
  anfing,  die  Frage  über  das  Primat  und  die  Anerkennung ­
  des  Papstes  als  Oberhaupt  der  Christenheit  in  innigster ­
  Verbindung  mit  der  politischen  Frage,-  über  das  deutsche
Kaiserthum  und  dessen  weltlichen  Primate  anzusehen  und  aufzufassen ­
  ,  die  Opposition  des  Patriarchen.  Michael  Cärularius
gegen  Rom  1040  erhielt  dadurch  einen  politischen  Hintergrund.
Man  konnte  sich  in  Constantinopel  wohl  einen  kirchlich-politischen ­
  Dualismus  —  deutsch  im  Westen,  byzantinisch  im  Osten
—  gefallen  lassen,  aber  nicht  eine  deutsch-römische  Einheit.
Von  den  Zerwürfnissen  Michaels  datiren  aber  die  Byzantiner
selbst  den  Anfang  des  nicht  mehr  dauernd  in  Ordnung  gebrachten ­
  Schisma’s.  Die  Thatsache  aber,  dass  der  Papst  seit
Wiederherstellung  des  weströmischen  Kaiserthums  einen  so  ausserordentlichen ­
  Zuwachs  an  Macht  und  Einfluss,  an  Rechten  und
Befugnissen  gewonnen,  während  der  byzantinische  Patriarch
vergeblich  durch  das  Concil  von  869  eine  Mauer  schützender
Canones  erstrebte,  musste  rasch  auf  denjenigen  selbst  zurückfallen, ­
  welcher  sich  so  gern  dem  Papste  gleichsetzte,  wenn  er
sich  nicht  über  ihn  stellen  konnte,  den  Patriarchen,  und  so
erfolgte  es  denn,  dass  Michael  Cärularius  nicht  nur  den  Kaiser
Michael  Stratiotikos  stürzte,  sondern  auch  den  Isaak  Komnenos
            
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