Abhandlungen aus dem Gebiete der alten Geschichte.
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sieh anschloss, dem byzantinischen Kaiser- und Staatswesen
gleich sehr sich entfremdete. Als in friedlicher Weise auf dem
Wege einer Verständigung der Fürsten- und Volkstämme —
ein in Constantinopel ungekanntes Verfahren — den fünf sächsischen
Königen, die Franken nachfolgten, das deutsche Kaiserthum
durch den natürlichen, nicht gezwungenen Wechsel der
Dynastie eher an Kraft und Macht gewann als verlor, war im
byzantinischen Reiche auf den verhassten Basilius II. bereits
ein Sinken des Kaiserthums eingetreten; im deutschen Reiche
aber wurden Versuche angestellt, auch Ungarn zum deutschen
Vasallenreiche zu machen und dem Verfalle der römischen
Kirche im Interesse der Gresammtheit wie der deutschen Nation
zu steuern. Die Wiederaufrichtung des unter den Händen der
Römer in Verfall gorathenen Papsthums durch die Deutschen
übte aber dann selbst einen mehr als gewöhnlichen Einfluss
auf die byzantinischen Verhältnisse aus. Niemals waren Kaiserthum
und Papstthum so innig mit einander verknüpft als von
1C46—1057 unter den deutschen Päpsten, so dass man in Constantinopel
anfing, die Frage über das Primat und die Anerkennung
des Papstes als Oberhaupt der Christenheit in innigster
Verbindung mit der politischen Frage,- über das deutsche
Kaiserthum und dessen weltlichen Primate anzusehen und aufzufassen
, die Opposition des Patriarchen. Michael Cärularius
gegen Rom 1040 erhielt dadurch einen politischen Hintergrund.
Man konnte sich in Constantinopel wohl einen kirchlich-politischen
Dualismus — deutsch im Westen, byzantinisch im Osten
— gefallen lassen, aber nicht eine deutsch-römische Einheit.
Von den Zerwürfnissen Michaels datiren aber die Byzantiner
selbst den Anfang des nicht mehr dauernd in Ordnung gebrachten
Schisma’s. Die Thatsache aber, dass der Papst seit
Wiederherstellung des weströmischen Kaiserthums einen so ausserordentlichen
Zuwachs an Macht und Einfluss, an Rechten und
Befugnissen gewonnen, während der byzantinische Patriarch
vergeblich durch das Concil von 869 eine Mauer schützender
Canones erstrebte, musste rasch auf denjenigen selbst zurückfallen,
welcher sich so gern dem Papste gleichsetzte, wenn er
sich nicht über ihn stellen konnte, den Patriarchen, und so
erfolgte es denn, dass Michael Cärularius nicht nur den Kaiser
Michael Stratiotikos stürzte, sondern auch den Isaak Komnenos