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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 67. Band, (Jahrgang 1871)

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Höf  I  er.

Papst  dem  byzantinischen  Patriarchen,  wenn  dieser  sich  als
Patriarch  ty)?  oixoupivy]«;  zu  benehmen  Lust  hatte.
War  es  übrigens  dem  gelehrten  und  unendlich  thätigen
Photios,  dessen  Fehler  zuletzt  denn  doch  vor  Allem  darin  bestand, ­
  zu  sehr  byzantinisch  und  zu  wenig  apostoliscli  gefühlt
zu  haben,  nicht  möglich  gewesen,  die  Halbscheide  der  christlichen ­
  Welt  unter  das  byzantinische  Patriarchat  zu  stellen  und
dadurch  den  Sitz  eines  Weltpatriarchen  in  der  Hagia  Sophia
aufzurichten,  so  war  ihm  doch  das  grosse  Werk  gelungen,  den
beinahe  verschwundenen  Sinn  für  Wissenschaft  und  Kunst
mächtig  zu  beleben  und  zwar  vor  Allen)  da,  von  wo  bisher  die
militärische  Barbarei  und  die  Gemeinheit  der  Denkungsweise
ihren  Sitz  aufgeschlagen  hatten,  auf  dem  byzantinischen  Kaiserthrone. ­
  Es  war  ein  neues  Schauspiel,  das  die  Welt  in  den
Tagen  der  makedonischen  Dynastie  erlebte,  dass  Gelehrsamkeit
in  den  verschiedensten  Gebieten,  selbst  Ausübung  der  bildenden
Kunst  von  Kaisern  gepflogen  wurde  und  letztere  nicht  wie  bisher ­
  von  ihren  körperlichen  Gebrechen  und  Unarten,  von  ihrer
nur  zu  oft  niedrigen  Geburt,  sondern  von  ihren  Kenntnissen,
die  auf  strenge  geistige  Arbeit  hinwiesen,  das  Prädicat  erlangten, ­
  mit  welchen  sie  uns  die  Geschichte  überlieferte.  Man
nannte  den  Mönch  Cyrill,  den  Erfinder  der  Glagoliza,  den
Philosophen,  aber  auch  des  Basilios  Sohn  und  Nachfolger  Leo.
Die  schweren  Erfahrungen  der  früheren  Perioden,  der
grosse  politische  Gegensatz,  da  zum  deutschen,  dort  zum  bulgarischen ­
  Kaiserthume,  von  denen  jedes  den  Byzantinern  von
Herzen  zuwider  war,  der  gewaltsame  Andrang  der  Araber,
welcher  noch  im  Anfänge  des  X.  Jahrhunderts  zur  entsetzlichen
Ausplünderung  und  Ausmordung  von  ’j'hessalonika  führte,
hatten  so  recht  die  Nothwendigkeit  eines  festen  Erbkaiserthums
vor  Augen  geführt,  um  den  mit  jedem  Kaiser  regelmässig
wiederkehrenden  Erschütterungen  durch  Usurpation  und  gewaltsame ­
  Entthronung  ein  Ende  zu  machen.  Aber  die  kriegerische ­
  Lage  des  Reiches  führte  auch  von  selbst  dazu,  dass  man
zu  einem  Mittel  griff,  mit  welchem  man  dem  Mangsl  an  mili--tärischen
  Talenten  bei  den  Erbkaisern  zu  begegnen  hoffte,
ohne  zu  dem  sehr  zweifelhaften  Experimente  von  majores
domus,  Emir  al  omra  oder  Cäsaren,  wie  man  früher  öfter  gebraucht, ­
  auf’s  Neue  seine  Zuflucht  zu  nehmen.  Es  war  dies
            
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