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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Literaturgeschichte  der  Compilationes  antiquae  etc.

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bald  nur  aut'  fremde  Mittheilungen  desselben  Charakters  bald  höchstens ­
  auf  die  eine  oder  andere  Handschrift  gestützten  Untersuchungen ­
  für  die  Literaturgeschichte  nur  einen  sehr  untergeordneten
Werth  i).  Es  kommt  mir  nicht  in  den  Sinn,  meine  Untersuchung  für
abschliessend  zu  halten;  immerhin  aber  glaube  ich,  dass  dieselbe,
gestützt  auf  eine  Anzahl  alter  Handschriften  der  verschiedensten
Länder  und  Bibliotheken  über  die  aus  diesen  gezogenen  Resultate
entscheidend  ist.
Bei  dieser  Untersuchung  berücksichtige  ich  nicht  diejenigen
Namen,  welche  nur  in  Glossen  citirt  werden,  weil  dies
nach  dem  Obigen  keine  Gewähr  bietet,  sondern  lediglich  jene,  mit
deren  Namen  die  Glossen  gezeichnet  sind  und  zwar  bloss
dann,  wenn  diese  Glossen  in  Handschriften  der  Comp,
antiquae  sich  vor  finden.  Für  diesen  Fall  hat  man  einen  festen
Boden,  weil  die  Abschreiber  von  Profession  wohl  Schreibfehler
machten,  aber  nichts  zuthaten.  Stimmt  mit  den  also  gewonnenen
Resultaten  die  Angabe  von  Alteren  überein,  so  hat  man  wohl  Sicherheit. ­
  Wir  sind  dabei  in  keiner  ungünstigeren,  vielleicht  in  einer
günstigeren  Lage  als  Johannes  Andrea.  Denn  es  ist  sehr  zu  bezweifeln, ­
  dass  dieser  nur  sehr  alte  Handschriften  gehabt  habe,  vielmehr
wahrscheinlich,  dass  die  alten  ausser  Cours  kamen,  die  neuen  beliebter ­
  waren.  Ein  Beweis  dafür  dürfte  darin  liegen,  dass  Johannes
Andrea  mehr  als  ein  älteres  Werk  nicht  kennt,  das  noch  jetzt  in  deutschen ­
  Bibliotheken  liegt,  wohin  es  offenbar  früh  aus  Italien  ge-1

  j  Ant.  Augustinus  Prooem.  nennt  für  die  Comp.  1.:  Bern.,  Vinc.,  Alan.,  Tauer.,
Laur.,  Rogerius,  Ruf.,  Silv.,  Joh.  Hisp.,  Joh.  Fav  ,  gibt  aber  an,  er  habe  die
Schriften  der  4  letzteren  nicht  gesehen,  führt  auch  nicht  an,  wie  bei  den  anderen,
dass  mit  ihrem  Namen  bezeichnete  Scholien  Vorkommen.  Zur  Comp.  11.  gibt  er
an:  Joh.  Gal.,  Hugo  Ferrar.  Episc.,  Bern.  Comp.,  sagt  dann  aber  ausdrücklich:
gezeichnete  Scholien  babe  er  nur  gesehen  von  Vinc.,  Tan.,  Alan.,  Laur.  und
manche  ohne  Siglen,  die  er  Joh.  Gal.  zuschreibe.  Zur  Comp.  III.  habe  er  nur  dieselben ­
  Namen  gesehen,  Joh.  Andr.  nenne  aber  auch  als  interpres  den  Paulus
Hungarus  (dies  ist  ungenau).  Zur  Comp.  IV.  habe  er  nur  Joh.,  Jacob.,  Rob.  oder
Rog.  gelesen,  es  werde  aber  auch  Vinc.  angegeben.  Die  Comp.  \.  habe  Jacobus
Albanus  glossirt.  Somit  stimmen  des  A  n  t.  Aug.  aul  eigene  Kenntniss  gestützte
Angaben  mit  meinen  Forschungen,  die  auf  Joh.  Andr.  und  Durantis  gestützten ­
  sind  Folge  einer  ungenauen  Lectüre.
            
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