Über das haskischc Alphabet:
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diesem dann noch einen Vokal und zwar a oder e vor. Dass sich ein
Unterschied dahin bestimmen lasse, dass diesseits der Pyrenäen das
«.jenseits das e als Vorschlag üblich sei, darf nicht angenommen
werden, vielmehr wird der Vorschlag regelmässig durch den auf das
r folgenden Vokal bestimmt; ist dies ein e oder i, so ist auch der
vorzuschlagende Vokal ein e; z. B. errege (rex), erremedio (remedium),
erriza (Reiss), auch erretora, sonst meistens ein a; daher
arraza (fr. race), arroda (rota), arrosa (rosa); doch finden sich
auch Ausnahmen von Beidem vor; z. B. errabia (rabies) und Erroma
(Roma). Zweifelhaft möchte es sein, ob auch i als vorschlagender
Vokal in dergleichen Fällen verwendet werde; allerdings scheint
irrin das lat. riderc zu sein, möchte aber doch wohl eher dem lat.
irridere entsprechen; dagegen darf man in hirriscua (Gefahr) doch
wohl das französische risque, das ital. risico erkennen.
Es ist schwer zu bestimmen, woher sich diese ganze Erscheinung
schreibt. Sie geht durchaus nicht Hand in Hand mit jener
andern, dass im Baskischen auch kein Wort mit einem s impurum im
Anlaute geduldet wird, sondern auch ein solches einen vokalischen
Vorschlag, der bald ein e bald ein i. ist, fordert. Diese Eigenschaft
hat das Baskische mit mehreren anderen Sprachen, namentlich mit
dem Spanischen und Französischen gemein. Dagegen den oben
beschriebenen Gebrauch in Betreff des r, theilt das Baskische nur
mit den Idiomen seiner unmittelbaren französischen Nachbarn,
namentlich mit den Bewohnern der Gascogne 3 *). Haben nun diese die
erwähnte Eigenthümlichkeit von den Basken angenommen, oder
haben sie sie ihnen mitgetheilt? Da aber auch die spanischen Basken
das Princip des vokalischen Vorschlages vor dem r durchaus festhalten,
so ist wohl eher anzunehmen, dass dieser Gebrauch baskischen
Ursprunges sei. Nimmt man hierzu den Umstand, dass heut
zu Tage die baskische Sprache immer mehr an Terrain verliert« 5 )
und wie es jetzt schon viele dem Blute und der Abstammung nach
echte Basken gibt, welche nicht mehr baskisch reden, so tritt wohl
die Möglichkeit nahe, dass ehedem diese Sprache auch über jene
Gegenden verbreitet war und dass sich in jener Sitte des vokalischen
Vorschlages vor dem r sich auch dort ein Rest der alten
34 ) Vgl. Blade, Etudes sur l’origine des ßasques. p. 271. 270.
35 ) S. die Abhandlung': Eine baskische Sprach probe. S. 10