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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

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c.
Schon  oben  wurde  darauf  aufmerksam  gemacht 1 ),  dass  dieser
Buchstabe,  wenigstens  nach  der  gegenwärtigen  Beschaffenheit  der
baskischen  Sprache,  gänzlich  überflüssig  sei,  indem  dieselbe  zwei
andere  Lautzeichen  besitze,  welche  seine  Stelle  vertreten:  vor  a,  o
und  u:  k,  vor  e  und  i:  z.  Offenbar  ist  die  Aussprache  des  c  gleich
z,  vor  e  und  i  im  Baskischen  nicht  ursprünglich  ,  sondern
hängt  vielmehr  mit  den  Schicksalen  der  lateinischen  Sprache
zusammen.  Bekanntlich  kam  die  ältere  Aussprache  des  c,  als  der
Media,  der  Tenuis  k  im  Lateinischen  sehr  nahe,  und  hat  jene  diese
fast  ganz  verdrängt 2 ).  Die  Vorfahren  der  Basken  haben  aber  gewiss ­
  eben  so  wenig,  wie  die  Germanen,  von  den  Römern  Zaesar,
cnrzer,  zella,  zernsus  und  glozio  aussprechen  gehört,  sondern
knesar,  karker,  kella,  kerasus  und  glnkio.  Wie  die  Germanen
daraus  Kaiser,  Kerker,  Keller  und  Kirsche  gemacht  haben  und  wie
bei  allen  Völkern  die  Hühner  nicht  gloz,  gloz  geschrieen  haben,
sondern  in  dem  dies  Geschrei  bezeichnenden  Worte  der  Naturlaut
durch  glulc,  gluk  wiedergegeben  wird,  so  werden  auch  wohl  die  Vaskonen ­
  an  jener  Entartung  der  lateinischen  Sprache  keine  Schuld
tragen.  Erst  seit  dem  siebenten  Jahrhunderte  nach  Christus  ist  diese
bei  den  romanischen  Völkern  eingetreten  s)  und  hat  demgemäss  von
daher  auch  ihren  verderblichen  Einfluss  auf  das  Baskische  geübt:
darum  ist  auch  hier  aus  dem  lateinischen  coetum  (spr.  koelum):
zeru  geworden.  Es  ist  dies  jedoch  nicht  allgemein  durchgeführt,
denn  pax,  pacis  ist  pake  oder  bakliea,  Vincentius:  Vikenti  geblieben ­
  4 ).
Ch
ist  in  der  heutigen  baskischen  Sprache  gar  kein  Guttural,  sondern
ein  Sibilant;  dieses,  freilich  eingebürgerte,  Zeichen  müsste  eigentlich ­
  völlig  vertilgt  werden,  wenn  überhaupt  eine  Consequenz  in  das
*1  S.  oben  S.  22.
3 )  Vgl.  Corssen.  Über  Aussprache,  Vokalismus  und  Betonung  der  lateinischen
Sprache.  I.  Bd.  2.  Aull.  S.  4S  u.  d'.
3 )  Vgl.  Co  rasen,  a.  a.  0.  S.  277.
D  Vgh  Oihenart,  Proverhes  hastjnes.  Pref.  p.  6.
            
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