Beiträge zur älteren tirolischen Literatur. II.
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7250 und wie lieb der pfenning- immer ist,
so ist er doch nuer ain mist.
so wais ich wol, das maniger ist,
lind chäm ietzund der endechrist,
das er pfenning geben wolt,
7255 er fund ir vil an seinem solt,
die im dienten frue und spat,
neur das si pfenning wurden sat.
ich glaub auch, liiet man so vil gelt,
das man erfüllen möcht die weit
7260 unz auf an polum articum
und under sich unz an den centrum,
dannoch fund man manigen man,
der sich nicht lies genuegen daran,
und wissen doch all für war,
7265 das wir nicht lehen tausent iar
und stellen doch darnach alle geleich,
als ob wir leben wellen ewicleich.
der pfenning ist also gestalt
und war der winter noch als clialt,
7270 so singt der pfaff an underwint
die weil man im das opfer pringt •).
Dass unser Dichter namentlich gegen die Hochfahrt einzelner
Stände eifert, ist schon bemerkt worden. Am schärfsten spricht er
sich aber gegen diese Sünde in dem nach ihr benannten Abschnitte
aus, wo er empört über diese allgemein verbreitete Untugend das
baldige Einbrechen des göttlichen Strafgerichtes in schwunghafter
Weise wünscht.
7250 doeh immer F. — 7253 ietz W S G. anterchr F. — 7256 und auch G. —
7260 hintz WS. piß G. — 7261 und auch G. untz S. piß G. — 7263 benuegen F.
— 7264 doch wol G. — 7267 wellen leben G. — 7269 also G. — 7270 sung S.
1 ) Diese Stelle erinnert an ähnliche Klagen über die Macht des Pfennigs, z. B.
Freidank 147, 17. MSII. II, 188\ III, 166\ Keller, alte gute Schwänke S. 71.
Keller, Fastnachtspiele III, 1183. 1437. In unverkennbarem Zusammenhänge mit
unserer Stelle steht ein Spruch in der Kolmarer und Wiltener Handschrift (s. meinen
Bericht über letztere, Sitzungsberichte XXXVII, S. 378), der manchmal wörtlich
stimmt.