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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

316

Z  i  n  g  e  r  I  e

das  war  wol  ain  hoher  hört  gemieg.
wan  wer  im  selben  hie  ist  clueg,
der  mag  sich  wol  vor  Sünden  hneten.
auch  sol  man  vatter  und  mueter  gueten,
293  das  man  die  in  eren  hab.
den  nächsten  freunten  aucl)  guetes  trag,
iegleichem  darnach,  als  er  dir  sei
mit  seiner  sippe  nahen  pei.
darnach  solt  du  ain  iegleichen  man
300  nach  seinem  wesen  also  han,
und  auch  ce  die  gueten  wan  die  pösen.
auch  soltu  niemant  nicht  verösen
sein  leumunt  noch  ander  leute  laster.
wan  wer  das  tuet,  der  scheut  sich  vaster,
303  als  sand  Augustin  do  spricht,
am  ersten  han  ich  ew  bericht
von  der  gottes  lieb  Urspring,
darumb  das  er  ist  über  alle  ding,
darnach  wil  ich  eil  sagen  me,
310  wie  die  tailung  der  liebe  ste.
darnach  so  offenbar  ich  eu
von  der  lieb  und  von  der  frawen  treu.
Es  mag  dieser  Vergleich  des  Anfanges  uns  zeigen,  wie  Vintler
bei  seiner  Bearbeitung  im  allgemeinen  vorgieng.  Er  folgte,  wenn  er
übertrug,  dem  Gegebenen  in  freier  Weise,  schloss  sich  aber  genau
dem  Inhalte  des  italienischen  Originals  an.  Wir  linden  sogar  Stellen,
in  denen  er  sieb  auch  wörtlich  an  die  italienische  Vorlage  hält  und
sogar  Reime  daraus  entlohnt,  z.  B.  disse  l’altro:  Messer  lo  Re  S.  81.
herr  der  chünig  3179.  Seneca  dice:  Non  lodare  altrui  in  sua  presenzn
  S.  83.
so  spricht  der  maister  Seneca:
„nicht  lob  die  leut  in  presencia“  5304.

291  ainer  S.  —  292  selber  S.  selb  G.  —  294  gutten  S.  —  295  in  allen  e.  G.  —
297  als  er  dir]  und  er  G.  —  299  nahent  S.  —  301  wan]  denn  G.  —  303  seinen
Jeunden  n.  G.  —  304  wer]  der  G.  schent  sich  selber  vaste  G.  —  306  am]  diu  S.
euch  G.  —  307  Ursprung  SG.  —  308  allew  G.  —  309  d.  so  w.  i.  euch  G.  me
fehlt  G.  —  312  und  auch  von  der  falschen  fr.  G.
            
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