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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Beiträge  zur  älteren  tirolischen  Literatur.  II.

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ob  es  von  der  tugent  her  gee,
260  oder  ob  es  mit  dem  lasier  bestee.
Die  lieb  mag-  ich  geleichen  wol
dem  kalander,  wan  der  sol
ain  siechen  mensehen  sehen  an.
sol  im  die  sucht  nit  engan,
265  so  chert  er  seine  äugen  von  im,
sol  er  aber  des  Siechtums  eliomen  hin.
so  chert  er  seine  äugen  dar
und  nimpt  des  siechen  fleißichleichen  war,
das  er  den  Siechtum  in  sich  zeucht.
270  also  auch  die  tugent  fleucht,
das  si  die  lasterperleich  getat
alzeit  scheuhet  an  aller  stat,
und  also  tuet  ain  edel  gemüt.
das  zeucht  an  sich  mit  seiner  güt,
275  das  si  es  begreifen  wirt  gar  pald,
recht  als  die  vogel  in  dem  wald,
den  ir  begir  nach  laube  stat.
also  sat  die  tugent  ir  sat.
und  als  ain  liecht  in  ainer  vinster,
280  das  da  leucht  mit  seinem  glinster
noch  vester,  denn  ob  es  der  tag  an  schin,
also  ist  dem  tugenthaften  sein  sin.
saud  Thomas  spricht  noch  me,
das  die  recht  Ordnung  bestee.
285  und  das  auch  die  ganze  liebe  ist,
das  ist,  das  man  minne  Christ
vor  allen  dingen  hie  auf  erden
und  das  du  bedenkst,  wer  du  muest  werden,
das  selb  macht,  das  man  sich  selber  mint,
290  und  wer  das  selbig  recht  versint,

263  fehlt  G.  —  264  so  im  die  s.  nit  sol  G.  —  266  sieehtum  B.  —  268  fleischieicheu
S.  flissigklich  G.  —  271  sei  die  schantlicliew  lasterparlichew  t.  G.  —  274  zeucht
fehlt  G.  —  277  ir  fehlt  G.  —  278  also  stat  die  S.  —  281  denn  fehlt  S.  —  286
Ihesum  Ch.  G.  —  288  wer]  waz  G.  —  289  mach  S.  mint]  müt  S.  —  290  wer  fehlt
G.  selb  5  G.  versunt  S.

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