Beiträge zur älteren tirolischen Literatur. II.
309
so wissen dise das vogel geschrai 7745 ff.
beruht der Spruch:
Welcher mensch do gelaubt an vogel geschrei ff.
der uns in zwei Wolt'enbüttler Handschriften erhalten ist i).
III. Verhältniss zum italienischen Werke.
Vintler nennt uns seihst seine Quelle:
ich han durehsuecht flores virtutum,
das do ain wälsches puech ist,
das han ich gemacht ze diser frist,
das es teutsche zunge wol vernimpt,
wan es der rechten tugent zimpt.
davon han ich es ze teutsche pracht. 126 ff.
Er nennt hier seine Vorlage ausdrücklich ein wälsches d. h.
italienisches Buch, nachdem er auch sein Werk benannt wissen will:
davon wil ich, das mein werk das ehlain
haiß die pluemen der tugent rain 7.
Lappenberg gebührt das Verdienst, dies italienische Original,
ein um das Jahr U20 geschriebenes Werk, welches dem Tomaso
Leoni zugeschrieben wird, nachgewiesen zu haben. (Haupt, Zeitschrift
X, 258 ff) 3 ). Wie Vintler seine Vorlage benützte, sich bald
ängstlich an dieselbe anschloss, ja dieselbe beinahe wörtlich übersetzte,
bald aber sich freier bewegte, ja stellenweise ganz seine
eigenen Wege gieng, bis er wieder auf das Original einlenkte, mögen
die folgenden Stellen zeigen, denen ich den italienischen Text nach
Gelli beigebe.
0 Fastnachtspiele 111, 1382. U38.
2 ) Zu den vielen dort aufgefiihrten Ausgaben trage ich nach:
1. Die venezianer Ausgabe 1493. Ein Ex'emplar befindet sich auf der Bibliothek
zu Gotha.
2. Fiore di virtu ridotto alla sua vera lezione secondo Tedizione di Roma del
1740. Udine 1853.
3. Fiore di virtu, testo di lingua ridotto a corretta lezione per Agenore Gelli.
Firenze 1855. Diese Ausgabe steht unserm Gedichte am nächsten.