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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Beiträge  zur  älteren  tirolischen  Literatur.  II.

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so  wissen  dise  das  vogel  geschrai  7745  ff.
beruht  der  Spruch:
Welcher  mensch  do  gelaubt  an  vogel  geschrei  ff.
der  uns  in  zwei  Wolt'enbüttler  Handschriften  erhalten  ist  i).
III.  Verhältniss  zum  italienischen  Werke.
Vintler  nennt  uns  seihst  seine  Quelle:
ich  han  durehsuecht  flores  virtutum,
das  do  ain  wälsches  puech  ist,
das  han  ich  gemacht  ze  diser  frist,
das  es  teutsche  zunge  wol  vernimpt,
wan  es  der  rechten  tugent  zimpt.
davon  han  ich  es  ze  teutsche  pracht.  126  ff.
Er  nennt  hier  seine  Vorlage  ausdrücklich  ein  wälsches  d.  h.
italienisches  Buch,  nachdem  er  auch  sein  Werk  benannt  wissen  will:
davon  wil  ich,  das  mein  werk  das  ehlain
haiß  die  pluemen  der  tugent  rain  7.
Lappenberg  gebührt  das  Verdienst,  dies  italienische  Original,
ein  um  das  Jahr  U20  geschriebenes  Werk,  welches  dem  Tomaso
Leoni  zugeschrieben  wird,  nachgewiesen  zu  haben.  (Haupt,  Zeitschrift ­
  X,  258  ff)  3 ).  Wie  Vintler  seine  Vorlage  benützte,  sich  bald
ängstlich  an  dieselbe  anschloss,  ja  dieselbe  beinahe  wörtlich  übersetzte, ­
  bald  aber  sich  freier  bewegte,  ja  stellenweise  ganz  seine
eigenen  Wege  gieng,  bis  er  wieder  auf  das  Original  einlenkte,  mögen
die  folgenden  Stellen  zeigen,  denen  ich  den  italienischen  Text  nach
Gelli  beigebe.

0  Fastnachtspiele  111,  1382.  U38.
2 )  Zu  den  vielen  dort  aufgefiihrten  Ausgaben  trage  ich  nach:
1.  Die  venezianer  Ausgabe  1493.  Ein  Ex'emplar  befindet  sich  auf  der  Bibliothek
zu  Gotha.
2.  Fiore  di  virtu  ridotto  alla  sua  vera  lezione  secondo  Tedizione  di  Roma  del
1740.  Udine  1853.
3.  Fiore  di  virtu,  testo  di  lingua  ridotto  a  corretta  lezione  per  Agenore  Gelli.
Firenze  1855.  Diese  Ausgabe  steht  unserm  Gedichte  am  nächsten.
            
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