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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  baskiselie  Alphabet.

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Gegenden  anwendet.  Eine  Zeit  lang  hat  man,  gerade  um  den  Gegensatz ­
  zum  Französischen  hervorzuheben,  diesen  Vokal  auch  ou  geschrieben, ­
  doch  ist  dies  neuerdings  und  mit  Recht  wieder
aufgegeben  ’).  Es  darf  aber  nicht  ausser  Acht  gelassen
werden,  dass  auch  o  öfters  wie  u  ausgesprochen  wird  und  zwar
nicht  blos,  wenn  ein  Vokal,  sondern  auch,  wenn  ein  Consonant
darauf  folgt 8 );  z.  B.  Jainkoa  (der  Herr),  gaistoen  (gen.  plur.  von
geistoa  schlecht),wo«*(wann),  wow(wo),  nor  (wer?)  lauten:  Jainkua
gaistuen,  nutz,  nun,  nur.
Ausserdem  ist  aber  noch  eine  Besonderheit  in  Betreff  des  i  zu
bemerken,  die  sich  im  guipuzcoanischen  Dialekt  findet.  Wenn  nämlich ­
  auf  dasselbe  ein  Vokal  folgt»),  so  verändert  sich  dessen  Aussprache ­
  in  die  eines  deutschen  j,  ähnlich  wie  es  im  französischen
Dieu  oder  wie  das  y  im  Magyarischen  (z.  B.  nagy)  ausgesprochen
wird.  So  heisst  andi,  gross,  mit  dem  bestimmten  Artikel  a:  andiu.
Dies  lautet  aber  nicht  an-di-a,  sondern  andd-ja.  Kommt  i  zwischen
zwei  Vocale  zu  stehen,  so  wird  statt  seiner  ein  y  geschrieben;  z.  B.
zai,  welches  einen  „Aufseher,  Hüter“  bedeutet,  wird,  wenn  der  bestimmte ­
  Artikel  a  hinzutritt,  nicht  zuia,  sondern  zaya  geschrieben.
Auf  die  Entbehrlichkeit  des  y  hatten  schon  Etcheberri  (1630)  und
Oihenart  hingewiesen  10 )  und  in  der  That  erscheint  es  im  allgemeinen ­
  eben  so  überflüssig,  wie  in  der  deutschen  Schreibweise
„seyen“  für  „seien“.  Das  Guipuzcoanische  1 ')  behandelt  das  y  auch
in  der  Beziehung  gleich  dem  i,  dass  es,  wo  es  (an  Stelle  des  i)  zwischen ­
  zweien  Vokalen  steht,  in  ein  (deutsches)  joder  wenn  mau  will
in  ein  erweichtes  d.  übergeht;  z.  B.  turmoi  „Donner“,  turmoia  (geschrieben ­
  turmoyd)  „der  Donner“  lautet  turmodja■  Nur  im  labourdinischen
  Dialekt  lautet  das  y  im  Anlaute  gleich  einem  doppelten  i;
Prinz  Bonaparte  will  1 3 )  daher  zwei  verwandte  Buchstaben  y  und  2/
unterscheiden,  von  denen  der  erstere  dem  y  im  französischen  payer
gleichkommen,  der  letztere  ein  härterer  Gaumenlaut  sein  soll.

7 )  Dar  rigol,  Dissertation,  p.  IS.
a )  Inchauspe,  a.  a.  0.  p.  XII.
!> )  S.  v.  IC  y  s  s,  Essai  d’une  Grainmaire  de  de  la  langue  basque.  p.  6.
10 )  S.  oben  III.  S.  11.
1  v  a  n  IC  yss,  a.  a.  0.  p.  I  3.
la )  Cantiemn  (III.  Note  13)  Adnotaliuneula.
            
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