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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  baskische  A'phabet.

2  ly

und  dem  spanischen  n  in  tarier.  Darnach  ist  Oi'henart  offenbar  der
Meinung,  dass  die  Laute,  welche  gegenwärtig  durch  ll  und  h  ausgedriickt
  werden,  schon  ihrem  Ursprünge  nach  baskisch  und  nicht
erst  aus  fremden  Sprachen  recipirt  worden  seien;  es  wäre  dies  allerdings ­
  nicht  unmöglich.  Besondere  Aufmerksamkeit  wendet  der  gedachte ­
  Schriftsteller  dem  cl'  und  dem  t'  zu.  Es  sind  dies  nach  ihm  die
beiden  Dentalen  d  und  t,  deren  Eigentluimlichkeit  in  der  Deminutivform ­
  darin  bestehe,  dass  sie  einen  weichen  und  gebrochenen  Klang
hätten;  in  Betreff  des  d'  bemerkt  er  insbesondere,  dass  dieser  Laut
dadurch  gebildet  werde,  dass  man  die  Zunge  gegen  die  Zähne  stosse,
ohne  sie  auch  nur  im  Geringsten  zu  erheben;  als  Beispiel  dafür  gibt
er  amand'i,  welches  einen  kleinen  „Zaunkönig“,  und  t'ipi,  welches
überhaupt  „klein“  bedeutet.  Wie  bei  den  genannten  Buchstaben
hebt  Oi'henart  auch  eine  Deminutivform  des  S  hervor  und  befolgt  in
der  Schreibart  die  Verschiedenheit,  dass  f  für  die  Primitivform,  s
für  die  Deminutive  angewendet  wird.  Wir  erlauben  uns  hinsichtlich
dieser  Deminutivirung  Duvoisin  sprechen  zu  lassen:  *  „Dies  Verfahren ­
  erstreckt  sich  auch  auf  s  und  auf  z.  welche  zu  ch  werden.  In
der  Conversation,  besonders  mit  Kindern  i°),  werden  diese  Veränderungen ­
  sehr  häufig  angewendet,  sie  kommen  jedoch  in  den
Büchern  nicht  vor.  Wie  aber  das  Baskische  aus  dem  s  und  *  eine
Deminutive  in  ch  bilden  kann,  so  aber  auch  aus  dem  ch  eine  Augmentative
  in  s  und  *.  Daher  wird  aus  chichta  (Nadelstich):  sista,
welches  mehr  besagt;  eben  so  wird  aus  churia  (weiss):  zuria,  aus
chakhurra  (Hund):  zakhurra;  es  hängt  die  Anwendung  der
Deminutive  und  der  Augmentative  von  einer  Regel  des  Geschmackes
und  der  Situation  ab,  weshalb  ich  den  Hund  des  Tobias 20 )  cliakhurra
  und  die  Hunde,  welche  die  nichtswürdige  Jezabel  auffrassen
 2 ')  zakhurrak  genannt  habe“  *.  Wir  fügen  dem  noch  einige  andere
Beispiele  hinzu:  chahal  hat  die  Bedeutung  von  „flach“  für  einen
Gegenstand  von  nicht  grosser  Ausdehnung,  zabal,  wenn  derselbe
grösseren  Umfang  hat;  chahar  heisst  „alt“,  wenn  die  Sache  klein,
zahar,  wenn  sie  gross  ist;  denselben  Gegensatz  bilden  chikhin

,0 )  Ausführlich  und  anmuthig  handelt  hiervon  Oha  ho  n.  a.  0.  la  guerre  des  alphabets
1>.  15.  col.  1.
20 )  Tob.  VI.  I  ,  XI.  9.
21 )  «cg.  XXI.  23.
            
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