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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Armeniaca  III.

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Mit  dieser  neuen  Stellung  des  Accentes  trat  innerhalb  derWortlormen
  eine  Reihe  von  Veränderungen  ein,  welche  sich  vor  allem  auf
den  Auslaut  derselben  beziehen.
Es  schwanden  nämlich  in  Folge  der  schwachen  Articulation
  der  letzten  Sylbe  die  schliessenden  Consonanten,
namentlich  m,  t,  s,  sowohl  einzeln  als  auch  als  Bestandtheil  der
Lautgruppen,  nur  g  hielt  sich  nach  vorhergehendem  Nasal,  welcher
dabei  verloren  ging,  so  dass  von  der  Gruppe  Nasal  +  Q  nur  g  allein
übrig  blieb.  In  Folge  derselben  schwachen  Articulation  sanken
sämmtliche  Vokale,  ob  nun  ursprünglich  schliessend,  oder  in  Folge
des  Schwundes  ursprünglich  schliessender  Consonanten  in  den  Auslaut ­
  gekommen,  zum  tonlosen  e  herunter,  welches  in  der  Schrift  gar
nicht  ausgedrückt  wurde.  Nur  die  Diphthonge  e  (ai)  und  6  (au)
verkürzten  sich  zu  i  und  u.  Bei  betonter  drittletzter  Silbe  wurde
auch  der  Vokal  der  vorletzten  Silbe  häufig  in  e  geschwächt  und  folglich ­
  in  der  Schrift  ganz  fallen  gelassen.
Auf  diese  Weise  wurden  die  meisten  Formen  der  Sprache  zuletzt ­
  in  consonantisch  schliessende  und  auf  der  letzten
Silbe  betonte  umgewandelt,  Formen,  wie  sie  die  gegenwärtige
armenische  Sprache  darbietet.
Indem  wir  nun  die  Wirkungen  dieses  Gesetzes  an  den  einzelnen
Formen  betrachten,  werden  wir  die  letzteren  nach  den  beiden  Kategorien ­
  Nomen  und  Verbum  einer  kurzen  Musterung  unterziehen.
I.  Nomen.
In  Betreff  des  Substantivums  kennt  das  Armenische  innerhalb
der  Declination  den  Unterschied  zwischen  consonantischen  und  vokalischen
  Themen,  welcher  auf  die  Gestaltung  der  auslautenden  Suffixe
von  bedeutendem  Einfluss  ist.  Die  vokalischen  Themen  zerfallen
wieder  nach  den  drei  Vokalen  i,  u  und  a  in  zwei  Reihen,  worunter
wiederum  der  Vokal  a,  je  nachdem  er  als  a  oder  als  o  zu  Tage  tritt,
zwei  Unterreihen  in  sich  befasst.
Wir  haben  also  eine  consonantische,  eine  i-  und  z<-Declination,
eine  doppelte  «-Declination  und  endlich  eine,  aus  der  consonantischen
und  der  i-  und  «-Declination  zusammengesetzte,  sogenannte  gemischte ­
  Declination  zu  unterscheiden.
            
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