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Müller
Consonanten m und s, von welchen letzteres nur nach Vokalen,
welche nicht a sind, vorkommt.
Als das Armenische vom gemeinsamen Stamme sich loslöste,
hatte es wahrscheinlich Auslautformen, welche im Ganzen mit jenen
der beiden soeben genannten Dialekte iibereinstimmten; es ist sogar
nach dem übrigen Charakter der Sprache anzunehmen, dass das
Armenische in dieser Beziehung dem Altbaktrischen näher stand, als
der Sprache der achämenidischen Keilinschriften.
Was die Betonung der alteränischen Sprachen anlangt, so sind
wir darüber gar nicht unterrichtet; es scheint aber, dass, gleichwie
in dem zunächst mit ihnen verwandten Altindischen, der Accent
meistens auf einer der letzten Silben des Wortes sich bewegte. Zu
dieser Ansicht führen auch einzelne Vokal - Verlängerungen, für
welche ein lautlicher Grund nicht namhaft gemacht werden kann,
und welche daher nur dem Gegenaccent ihr Dasein verdanken können,
z.B. -"ei»Ji (vigpa.) für vigpa (= altind. vifvci),\j"6e!? (vimano) für
vimanö (wahrscheinlich = dvi-\-manas), (bitya) für bitya
(=altind. dvitiya), ■»&■!<> (mizda) für mizda etc. (oidvu) =
vidvä (altind. vidvas), 6(vifem) = vifem (altind. vif and),
JZZ (yühhta)=ynkiitn (altind. yuktci), (crüta)=erutn
(altind. gruta, griech. xAuro-).
Dieser Accent, welcher an eine bestimmte Stelle nicht gebunden
war, scheint während, oder bald nach jener Zeit, in
welcher das Armenische vom gemeinsamen Stamme sich loslöste,
vielleicht durch den Einfluss eines nicht-arischen Volkes auf der
vorletzten Silbe, und in jenen Fällen, wo er auf ein Flexions-Element
zu stehen gekommen wäre, auf der drittletzten Silbe
sich festgesetzt zu haben i).
1 ) In der Veränderung des Accentes durch den Einfluss eines stammfremden Volkes
scheint der nicht geringste Anlass zur Umwandlung einer Sprache zu liegen, ein
Punkt, welcher bisher von den wenigsten Sprachforschern nach Gebühr gewürdigt
worden ist. So sind die romanischen Sprachen wohl ?um grösseren Theile auf die
durch germanischen und keltischen Mund veränderte Aussprache der römischen
Volksdialekte zurückzuführen; die Prakrit-Dialekte und die neu-indischen Idiome
zeigen in Betreff der lautlichen Seiten starke Einflüsse der hinterindischen und
Pravida- Sprachen.