Müller. Armeniaca III.
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Armeniaca.
III.
Von Dr. Friedrich Müller,
Professor an der Wiener Universität.
I. Das Auslaut- und Betonungsgesetz der armenischen
Sprache.
Bei der Betrachtung der Auslautgesetze des Armenischen
sollte eigentlich von jener Sprache ausgegangen werden, aus welcher
das Armenische sich entwickelt hat, d. i. der eränischen Ursprache.
Da wir jedoch diese nicht kennen und auch eine nach wissenschaftlichen
Grundsätzen vorgenommene Beconstruction derselben aus den
beiden uns näher bekannten alteränischen Dialekten wegen Unvollständigkeit
des überlieferten Materials etwas gewagt erscheint, so
werden wir uns im Ganzen an diese zwei Dialekte halten müssen, da
sie höchst wahrscheinlich von jenem Dialekte, welcher dem Armenischen
zu Grunde liegt, nicht allzusehr abweichen dürften.
Von diesen beiden alteränischen Dialekten, welche wir etwas
genauer kennen, nämlich Ost-Eränisch (Alt-Baktrisch) und West-Eränisch
(die Sprache der Keilinschriften der achämenidisehen Könige)
zeigt der erstere dem letzteren gegenüber einen freieren Auslaut. Er
schliesst nämlich seine Wortformen, ausser mit allen Vokalen, mit
den einfachen Consonanten n, m, t, g, s (vor n, m, g können auch
nasalirte Vokale stehen) und mit den Consonantengruppen ng, khs,
fs, gt, st, rs, lihst.
Die Sprache der achämenidisehen Keilinschriften schliesst dagegen
ihre Wortformen nur mit Vokalen und den beiden einfachen