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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

zu  bemerken,  was  daran  gemeinsam  ist  und  was  einem  einzelnen
Dialekte  angehört;  zunächst  hat  man  also  seine  Aufmerksamkeit  dahin
zu  wenden,  dass  man  jedem  Laute  seine  Stellung  in  dem  Alphabete
anweist.  Man  kann  sich  daher  nur  wundern,  dass  Chaho,  welcher
ein  baskisches  Alphabet  von  26  Buchstaben  aufstellte,  sich  dieser
Aufgabe  zwar  nicht  entzog,  aber  doch  solche  Laute,  von  denen  er
bemerkt,  sie  würden,  wenn  man  ein  eigentlich  nationales  Alphabet
besässe,  durch  besondere  Zeichen  ausgedrückt  werden  müssen 16 ),  nur
ausnahmsweise  behandelt 17 )  und  nicht  in  das  Alphabet  selbst  aufgenommen ­
  bat.  Derartige  Laute  sind  in  nicht  geringer  Zahl  vorhanden,
wie  denn  auch  Duvoisin  sagt:  *  „Das  lateinische  Alphabet  ist  für  uns
in  hohem  Grade  ungenügend;  um  allein  das  Baskische  im  Labourd
nach  einer  wissenschaftlichen  Theorie  zu  schreiben,  bedürfte  man
nicht  weniger  als  fünfzig  Buchstaben  und  dann  müssten  diese  noch
mit  Zeichen  versehen  werden,  durch  welche  Verschiedenheiten
kenntlich  gemacht  würden“*.  Es  wäre  also  wissenschaftlich  vollkommen ­
  gerechtfertigt,  wenn  man  für  solche  Laute  neue  Buchstaben
erfände.  In  derThat,  schon  allein  vom  theoretischen  Standpunkte  aus
betrachtet,  müsste  ein  solcher  Versuch  gemacht  werden;  er  würde
freilich  ins  Leben  nicht  übergehen,  denn  es  möchte  fast  unmöglich
sein,  für  solche  neu  erfundene  Zeichen  conventioneil  eine  Anerkennung ­
  zu  finden.
Bereits  Oühenart  hatte  einige  Versuche  der  Art  gemacht.  Indem
er  darauf  hinwies,  dass  dem  lateinischen  Alphabete  mehrere  Buchstaben ­
  fehlten,  die  im  Baskischen  gebräuchlich  seien,  führt  er  zunächst ­
  die  nachstehenden,  von  ihm  zur  Unterscheidung  mit  einem
Punkte  versehenen  an 16 ),  nämlich:  cl\  l',  n  und  t\  Damit  soll  angedeutet ­
  werden,  dass  ihre  Aussprache  von  der  lateinischen  abweiche,
und  zwar  hat  diese  Differenz  noch  darin  ihre  besondere  Bedeutung,
dass  dadurch  eine  Deminutivirung  im  Begriffe  ausgedrückt  werden
soll.  Er  gibt  in  dieser  Beziehung  an,  dass  sein  l'  mit  dem  italienischen ­
  gl  in  doglia  oder  dem  französischen  ill  in  faillir,  beziehungsweise ­
  dem  spanischen  ll  in  haUar  übereinstimme,  eben  so  das  n
mit  dem  italienischen  uud  französischen  gn  in  bisogno  und  gagner

16 )  Chaho,  a.  a.  0.  p.  3.
17 )  Ch  a  h  o  ,  a.  a.  O.  p.  7.
18 )  Oi'he  na  r  t,  a.  a.  0.  p.  3.
            
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