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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

S.  3S ).
1.  Wenn  sich  im  Baskischen  für  (las  lat.  Zahlwort  sex  die  Bezeichnung ­
  sei,  wie  im  Italienischen,  findet,  so  ist  dies  wohl  kaum
aus  einer  Aufnahme  aus  dem  Lateinischen  zu  erklären,  sondern  man
darf  hierbei  wohl  an  einen  weiter  hinaufreichenden  Zusammenhang
denken  s°).  Das  Gleiche  möchte  von  zazpi  gelten,  welches  das  Zahlwort ­
  für  septem  ist,  so  wie  von  dem  überall  wiederkehrenden  Worte
saccus  =  bask.  zucun,  was  auch  als  sacculus  =  sakhelu  in  der
Bedeutung  von  Tasche  vorkommt.
2.  Das  lat.  s  hat  sich  in  vielen  Wörtern  erhalten,  z.  B.  sabulua
=  sanctus,  salbo  =  salvus,  saliga  =  salix,  seda  =  seta  u.  s.  w.
Beiläufig  möge  bemerkt  werden,  dass  die  baskische  Sprache  in  dem
Worte  saiela,  welches  „Segel“  bedeutet,  an  das  Deutsche  anzuklingen ­
  scheint.
3.  Am  häufigsten  ist  der  Übergang  des  s  in  e/t 40 )  und  zwar
sowohl  im  Anlaute,  wie  im  Inlaute.  Beispiele  dafür  sind  :  sapo  (sp.
jabon)  bask.  chaboi,  sarmentum:  chirmendu,  solus:  choil,  sepia:
cbibi,  bissextilis:  bichisto,  resina:  (arjrocliina,  Mars:  Marchoa;
auch  dürfte  luscinia,  alt  fr.  lussignol,  sp.  rossignol* 1 )  =  errechinalet
hieher  zu  ziehen  sein.  Die  Wandlung  des  s  in  ch  findet  sich  aber
auch  im  Auslaute,  z.  B.  franz.  au  moins,  bask.  omencli.
4.  Sodann  findet  sich  s  im  Baskischen  auch  als  *  wieder,  z.  B.
servire:  zerbitzatu,  sors:  zorthe  (aber  auch  chorte).  Auch  das
doppelte  ss  verwandelt  sich  in  z,  z.  B.  missa:  bask.  meza.
6.  Wichtig  ist  auch  der  im  Baskischen  verbreitete  Gebrauch,
dem  s  impurum,  welches  auch  dann  öfters  in  ch  übergeht,  einen
Vocal  vorzuschlagen.  Dieser  ist  entweder  ein  e  oder  ein  i,  z.  B.
schola:  eskola,  sperare:  esperatu,  Spiritus:  ispiritu,  scribere:  iskribatu,
  stuppa:  ichtupa.  Das  ch  ist  ausserdem  noch  in  denjenigen
Fällen  gebräuchlich,  wo  dem  s  impurum  noch  die  lat.  Präposition

38 )  Diez  a.  a.  0.  S.  230  u.  ff.
39)  Vergl.  unten  bissextilis  =  bichisto,  wornach  lat.  sex  zu  den  Wörtern  gehören
würde,  welche  im  Baskischen  das  s  in  ch  Avandeln.
4°)  Wegen  dieses  Lautes  s.  die  Abhandlung:  Über  das  baskische  Alphabet.  S.  29.
41 )  S.  Diez,  Wörterbuch.  S.  297.
            
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