Über dat lateinische u. romanische Element in der baskischen Sprache. 253
3. Die Zungenlaute.
T. und Th. 34 )
1. Es lässt sieh nicht als Regel aufstellen, dass lat. t im Bask.
unverändert bleibe, es kommen jedoch mancherlei Beispiele davon
vor, z. B. tela (Leinwand), tegula: teila-2.
Häufiger geht t in d über, z. B. adventus: abendoa, catena:
kkadinna, cathedra: kadira (prov. cadeira), rota: (ar)roda, sanctus:
saindua, tempus: dembora, taberna: dafcirna, fr. teton, deutsch:
Zitze 35 ): dithi. Auch fr. tt erfährt die nämliche Veränderung, z. B.
debatte wird debadio.
3. Merkwürdig ist der Übergang des t in ch, z. B. meritum
wird zu merechi, ähnlich wie impedire zu der Form empecher und
im bask. empliatchu gelangt ist. Obschon dieses ch dem Provenzalischen
sehr geläufig ist, z. B. profechar für lat. proficere, allachar
für allaiter, so findet sich dort die Form merechi nicht vor, sondern
es hat sich merite erhalten. Da nun das Baskische mehrere solche
romanische Wörter aufgenommen hat, in welchen das ch an die
Stelle eines ursprünglichen lat. t getreten ist (z. B. mesperetchu für
mepris), so dürfte auch alcha 86 ), aichatu (analog dem ital. alzare)
auf altus (exaltare) zurückzuführen sein.
4. Bisweilen wird dem t ein a vorgeschlagen, z. B. theriaca
bask. atriaca, thynnus, bask. (und span.) atun.
I). 37 )
1. Im .allgemeinen ist von d zu bemerken, dass es keine Veränderung
zu erleiden pflegt, wie dasselbe sich z. B. in deabru,
desideratu, donceila erhalten hat.
2. Bisweilen findet sich Übergang in l, z. B. differentia verwandelt
sich in liferenzia, wohin auch franz. danger = bask. lanier
gehört.
34 ) Diez a. a. 0. S. 222.
55 ) Verg - !. Diez, Wörterbuch. S. 345 u. s. w. tetta.
yö ) Vergl. L. Bonaparte, Canticum Canticorum.
S7 ) D i e z a. a. 0. S. 226.