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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  Suffixlehre  des  indogermanischen  Verbums.  11.  203
Dasselbe  Princip  der  Pluralbildung  herrscht  aucli  innerhalb  des
Verbums,  dessen  Aoristform  gewiss  einen  reinen  Verbalausdruck ­
  ebenso  gut  repräsentirt,  als  es  das  indogermanische  oder
das  semitische  Verbum  im  Stande  sind  (vgl.  meine  Anzeige  von
Schleicher’s  „Die  Unterscheidung  von  Nomen  und  Verbum  in  der
lautlichen  Form“  in:  Beiträge  zur  vergleichenden  Sprachforschung
von  Kuhn  und  Schleicher,  Bd.  V,  S.  241  ff.).
Man  vergleiche:
1.  Person
2.  Person
3.  Person
Hier  wird  gewiss  Niemand  -iz  (statt  -miz)  und  -siniz  für  Zusammensetzungen ­
  zweier  Pronominalstämme  halten,  sondern  wird
ebenso  wie  beim  selbständigen  Pronomen  -iz  für  ein  rein  formales
Pluralsuffix  erklären  müssen.
Nach  diesen  kurzen  Betrachtungen  müssen  wir  behaupten,  dass
die  Ansicht,  nach  welcher  in  den  Pluralformen  des  indogermanischen
Pronomens  eine  ad  diti  o  na  1  e  Z  usa  mme  n  s  etzung  z  we  ie  r  Prono ­
  m  in  al  s  täm  m  e  vorliegen  soll,  in  der  Sprachgeschichte  keine
Bestätigung  findet,  sondern  dass  man  von  ihnen  aus  im  Gegentheil  auf
die  Ansicht,  dass  zwischen  Pronomen  und  Nomen  in  der  Behandlung
gar  kein  Unterschied  existirt,  hingeführt  wird.
Doch  auch  zugegeben,  ein  solcher  Vorgang,  nämlich  additionale
Zusammensetzung  von  zwei  Pronominalstämmen  sei  in  den  Pluralbildungen ­
  des  indogermanischen  Pronomens  wirklich  gelegen,  so
müsste  derselbe  aus  dem  Bau  der  indogermanischen  Sprachen
gerechtfertigt  werden,  d.  h.  es  müsste  gezeigt  werden,  dass  diese
ganz  eigentümliche  Art  der  Zusammensetzung  innerhalb  der  indogermanischen ­
  Sprachen  wenigstens  beim  Nomen  besonders  beliebt
gewesen  war.
Nun  lässt  sich  aber  zeigen,  dass  diese  Art  der  Zusammensetzung
(im  Indischen  Dvandva  genannt)  nur  dem  Indischen  und  dem  mit

Singular.
(sävär-im)
(sävär-sin)
(sävcir)

Plural.
jjj-j  (sä  vär-  iz)
(sävär-siniz)
Jjy»  (sävär-lär)
            
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