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Sache ein wenig tiefer nachspürt, mehr als wahrscheinlich, dass die
Zahlzeichen -üna, -ina, -dni, -an, -im, -in, welchen wir in den einzelnen
semitischen Dialekten begegnen, nichts anderes als die Verbindung
des beim Pronomen in seiner ältesten Gestalt erhaltenen
Zahlzeichens -mu (-nü) mit dem jedesmaligen Casus-Exponenten
(Nom. ü, Gen. i, Acc. «) repräsentiren. Damit wäre aber auch der
innige Zusammenhang zwischen Pronominal- und Nominalflexion
innerhalb des selbständigen Pronomens aufgezeigt (vgl. meine Abhandlung
„Der Verbalausdruck im semitischen Sprachkreise“ 519 ff).
Dasselbe lässt sieb aber auch an den Pronominalsuffixen des
Verbums darthun. Auch hier steht dem -tu der zweiten Person innerhalb
der Suffixe im Plural ein -tumü gegenüber, innerhalb der Präfixe
ein ta-üna (vgl. qatal-ta „du hast getödtet“, qatul-tumü „ihr habt
getödtet“, ta-qtulu „du tödtest“, ta-qtul-üna „ihr tödtet“). Gleiches
findet sich auch oder lässt sich füglich auch nachweisen bei der
ersten und dritten Person, wo nirgends, wie jeder Kenner der
semitischen Sprachen weiss, zur Bezeichnung der Mehrzahl eine Zusammensetzung
zweier persönlicher Pronominalstämme sich nachweisen
lässt.
Zu demselben Resulate gelangen wir auch durch eine Betrachtung
des türkischen Pronomens.
Die Formen des selbständigen Pronomens lauten:
1. Person Sing, y (bau) Plur. y (biz)
2. Person Sing. y> (sän) Plur. ^ (siz)
3. Person Sing. J^l (ol) Plur. iy X>\ (anlar)
Wie das Tschuwaschische zeigt, sind die Pluralformen biz, siz
aus bir, sii' entstanden, welche in b-ir, s-ir aufgelöst werden müssen.
Auch bän (aus min entstanden), sän müssen in b-än, s-än zerlegt
werden, so dass b-, s- als die eigentlichen Charakterlaute der beiden
Pronomina übrig bleiben. Nun sind aber b-ir, s-ir von den Stämmen
b-, s- nicht durch Zusammensetzung, sondern mittelst des Suffixes
-ir abgeleitet, welches gewiss nichts anderes ist, als das Suffix -lar,
welches auch beim Nomen zur Bildung des Plurals verwendet
wird.