Zur Suffixlehre des indogermanischen Verbums. 11.
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th-as-i
t-as-i
th-an-a
t-an-i
lauteten. Die Formen mittelst -an scheinen die älteren zu sein; sie
schliessen sich an die Bildung des Neutrums an und weisen, da sie
sich nur in der zweiten und dritten Person finden, auf den alten
Gegensatz der ersten Person (das Ich) zu den beiden anderen (dem
Nicht Ich) hin, welcher ja auch in den beiden Stämmen ta- und
tva- (Ausserliches) gegenüber dem Stamme ma- (Innerliches) zu
Tage tritt. Der Sprache erschien eben ursprünglich nur das Subject
als das Spontane-Männliche, alles andere dagegen, diesem gegenüber,
als Receptiv— Feminino-Neutral.
Als später die Genus-Anschauung zum vollen Durchbruch gelangte
und auch innerhalb der Mehrheits-Anschauung eine Differenzirung
eintrat, wurden die vorhandenen Formen, welche durch Anähnlichung
an die erste Person —den Verbalausdruck i^oyf/v —
vermehrt worden waren (tluisi und tasi, gebildet nach Analogie von
must, vasi) dieser Kategorie dienstbar gemacht. Es trat dann die
eine Form für den Plural, die andere für den Dual, in den meisten
Fällen nur eine lautliche Variation des Plurals, ein.
Gegen diese Auffassung der Suffixe des Duals und Plurals als
formale Mehrzahl-Bildungen der Suffixe des Singulars
spricht aber die unter den meisten indogermanischen Sprachforschern
verbreitete Ansicht, wornach die Dual- und Plural-Suffixe additionale
Compositionen zweier Pronominalstämme, wie z. B. -masi „wir“ =
ma „ich“, tvi „Du“ (statt fy«) sein sollen. Obwohl diese Ansicht
von vielen Autoritäten gestützt, gemeiniglich als eine über allen
Zweifel erhabene hingestellt wird, können wir dennoch nicht umhin,
sie als ein unbewiesenes Dogma zu bezeichnen und zu bestreiten,
da sie, abgesehen von den bereits oben erwähnten lautlichen
Schwierigkeiten, eine Reihe sprachwissenschaftlicher Erfahrungen
gegen sich hat.
Es lässt sich nämlich in keiner höher organisirten Sprache der
Welt (einer Formsprache!) eine Mehrheits-Bildung des Pronomens
nachweisen, welche auf eine einfache Addition der in der Total-Anschauung
liegenden Theil-Anschauungen zurückginge (weil dies
keine Form ist) und sie kann am allerwenigsten für den Verbalausdruck
der indogermanischen Sprachen aus den Formen des selb-