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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

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Goldbacher

unter  das  Urtlieil  der  sinnlichen  Wahrnehmung;  denn  bleibt  es  unversehrt, ­
  und  die  Luft  rein,  so  reizen  niemals  dergleichen  Gerüche
die  Sinne.
Von  der  Lunge  lesen  wir  in  allen  Büchern  c.  IS,  p.  212  pulmones
  loco  ac  sui  genere  cordi  plurimum  consulunt.  cum  exardescit
ira,  trepidansque  celeriorihus  motibus  vertex  cordis  ipsius  madens
sanguine  pulmonum  excipitur  mollitia,  siti,  frigore.  Nur  Lipsius  hat
gefühlt,  dass  der  zweite  Satz  hinke,  und  daher  trepidatque  conicirt.
Doch  ist  eine  Änderung  nicht  nothwendig,  nur  muss  man  vor  cum
blos  ein  Comma  setzen,  so  dass  wir  einen  Hauptsatz  mit  zwei  temporalen ­
  Nebensätzen  erhalten;  ira  ist  dann  Ablativ,  und  cor  Subject
zu  exardescit.
Jene  Theile  des  Körpers,  die  durch  ein  reiches  Nervensystem
für  die  sinnliche  Wahrnehmung  geschaffen  sind,  deckt  eine  geringere
Schichte  von  Fleisch,  desgleichen  die  Gelenke:  illa  etiam,  quae  iuncturis
  et  copulis  nexa  sunt,  ad  celeritatem  i'acilius  se  movenda  liaud
inultis  impedita  sunt  visceribus  (c.  16,  p.  214).  Oudendorp's  Versuche ­
  ad  celeriter  atque  I'acilius  se  movenda  oder  ad  celeritate  faeilius
  se  movenda  weist  Hildebrand  mit  Recht  als  unlateinisch  zurück;
doch  zweifle  ich,  oh  er  mit  seinem  Vorschläge  quae  ....  nexa  sunt
ad  celeritatem,  I'acilius  se  movendo  liaud  etc.,  den  er  übrigens  mit
Tac.  ann.  III,  31  Tiberius  quasi  firmandae  valetudini  in  Campaniam
concessit  viel  besser  hätte  stützen  können,  das  Richtige  getroffen
habe.  In  movenda  steckt  wohl  ein  auf  celeritatem  bezüglicher  Accusativ,
  während  se  sein  s  von  facilius  haben  mag.  Wir  lesen  daher
mit  Änderung  eines  einzigen  Buchstabens  ad  celeritatem  facilius
emoliendam.  Vergleiche  den  Ausdruck  amorem,  odium,  iracundiam,
invidiam,  misericordiam  etc.  moliri  bei  Cic.  de  or.  II,  51,  206.
Nachdem  Ap.  von  den  Venen  und  Arterien  gesprochen  hat,  geht
er  c.  16,  p.  215  zu  einer  dritten  Gattung  von  Adern  über,  den  Samenadern, ­
  die  er  abweichend  von  Plato,  der  den  Samen,  wie  es
scheint,  im  Rückenmarke  enthalten  sein  lässt  (Tim.  p.  77  I);  p.  86
C;  p.  91  A),  von  der  Nackengegend  durch  die  Nieren  zu  den  Schamtheilen
  führt.  So  viel  wenigstens  lässt  sich  entnehmen  aus  den  verderbten ­
  Worten:  venarum  diversae  sunt  qualitates,  quas  adprocreandum
  e  regione  cervicum  per  medullas  renum  cpmmeare  et  suscipi
inguinum  loco  certum  est;  et  rursum  venarum  genitale  seminium
humanitatis  exire.  Vor  Allem  ist  bisher  übersehen  worden,  dass  es
            
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