Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 66. Band, (Jahrgang 1870)

*5

Literaturgeschichte  der  Compilationes  antiquae  etc.  155
Wien  Hofbibi.  num.  2129  fol.  mbr.  s.  XIV.  inc.  f.  101”—109 a
und  num.  2070  (die  erstem  lege  ich  der  Beschreibung  zu  Grunde).
Erlangen  Univ.  372.
Die  für  dieses  höchst  unbedeutende  Werk  pomphafte  ')  Vorrede
lautet:
'Licet  merita  scientiae  non  respondeant  nec  opus  aliquod  sulticiant
  adimplere,  ego  tarnen  Bartholomaeus  Brixiensis  divina  gratia
ministrante  secundum  meae  scientiae  parvitatem  cupio  utilitatibus
scolarium  providere;  idcirco  historias  decretorum  frequentes  et
usitatas  duxi  pro  meis  viribus  aliorum  et  interveniente  auxilio  corrigendas,
  eas  certis  locis  'in  cansis  et  distinctionibus  assignando,
prout  communiter  consueverunt.’
Anfang:  'D.  VI.  Testamentum  hunc  pollutum.  Legitur  in  Levitico;
  si  sit,  inquit  dominus,  inter  vos  homo  pollutus’  .  .  .
Es  sind  im  Ganzen  166  Historiae.  Davon  sind  alle  bis  auf  9  der
Bibel  entnommen.  Diese  9  sind  aus:  gesta  Rom.  zu  D.  XXI.  nunc
autem,  Gesta  Rom.  Pont.  C.  8.  q.  1.,  dialogus  Gregorii  D.  45.;
C.  15.  q.  1.,  C.  18.  q.  2.;  historia  Francorum  C.  15.  q.  6.;  Uber
dialogorum  C.  16.  q.  1.;  passio  s.  Domitiani  C.  28.  q.  1.;  ohne
Quelle  C.  18.  q.  2.  'quod  de  b.  Greg,  legitur.’  Worin  die  That  des
Bartholomäus  bestehe,  ist  nicht  abzusehen,  da  bei  Paucapalea,  Stephanus ­
  u.  a.  die  historiae  selbst  stehen,  häufig  viel  genauer.  Wo  die
Alten  ohne  Citat,  z.  B.  blos  '  illud  veteris  testamenti’  u.  dgl.  anführen,
geschieht  es  auch  hier.  Ob  wirklich  einige  neue  historiae  zugesetzt
sind,  lohnt  kaum  der  Prüfung.  Vielleicht  besteht  sein  einziges  Verdienst ­
  in  der  Beisetzung  der  Zahl  der  Dist.  und  Causa.
Ob  die  Handschriften,  welche  die  Vorrede  und  das  erste  Beispiel ­
  nicht  haben  a),  dem  Bartholomäus  auch  angehören,  vermag  ich
nicht  zu  sagen.
Die  Schrift  ist  für  die  Jurisprudenz  absolut  werthlos,  da  die
zufälligen  Citate  biblischer  Beispiele  in  den  Quellen  unbedingt  ohne
jeglichen  Einfluss  auf  die  Rechtsentwicklung  geblieben  sind.

’)  Sehr  gut  bemerkt  v.  S  a  v  i  g  n  y  V.  S.  125,  dass  Barth,  'den  Namen  eines  fruchtbaren
  Schriftstellers  mit  sehr  geringer  Mühe  und  einigen  Vorreden  zu  erkaufen
strebte’.
a )  Eine  solche  führt  Maassen  Paucapalea  S.  46.  Note  98  an  (Cod.  lat.  Monac.
8013  —  Kaisersh.  113  —).

I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.