Literaturgeschichte der Compilationes antiquae etc.
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43. Einige Punkte müssen noch erledigt werden, bevor ich die
Erörterung über die Compilatio prima mit Tancreds Apparat und der
Frage nach der Zeit der Abfassung schliessen kann. In verschiedenen
Glossen wird, wie sich gezeigt hat, Huguccio, Jo. (Faveritinus),
Bazi an us u. a. citirt. Haben diese sie glossirt? Nein. Bezüglich
des Joh. Fav. bedarf dies keiner Erwähnung, da er die Compilatio
prima gar nicht mehr erlebt hat, es aber überflüssig ist, wegen der
corrupten Lesarten der Ausgaben und einzelner Handschriften der
Glossa ord. auf die Widerlegung von einem anderen einzugehen.
Ebensowenig ist es nöthig, für Rufinus, Silvester weiter zu
widerlegen. Von Huguccio, Bazianus, Gandulphüs, Me 1 endus,
Rodoicus u. a. finden sich keine Siglen vor. Wenn Jolinunes
Andreae meint, R. könne auf Richardus, Rufinus und Rodoicus gehen,
so begeht er einen Verstoss. Man war nicht so ungenau. Ich habe
stets Ro. R. und Ru. bei Citaten sehr gut unterschieden gefunden
und glaube daher absolut das Vorkommen anderer Siglen als der auf
Richardus passenden bestreiten zu dürfen. Man setzt dem vielleicht
entgegen: solche könnten in anderen Handschriften als den von mir
eingesehenen stehen. Das ist möglich; aber wenn 17 Handschriften,
welche die Glosse in allen Gestalten von der ältesten bis zur jüngsten
aufweisen, eine Ansicht bestärken, geht sie wohl von der Behauptung
zur ziemlichen Gewissheit über. Dazu kommt, wie ich bereits früher
angedeutet habe, dass die citirten Stellen sich auf Materien oder
Capitel beziehen, die im Dekrete stehen. In der That lassen sich
denn auch die Citate von Huguccio u. s. w. aus seiner Summe erweisen
i). Was Bazianus, Gandulphus, Melendus u. A. betrifft,
so liegt die Schwierigkeit darin, dass man bisher weder ihre
Summen kennt, noch ausgiebige Kenntuiss von ihren Glossen zum
Dekrete besitzt. Ich werde in einer späteren Abhandlung bis zu einem
gewissen Grade dem abhelfen und dann auch für manche Citate die
Nachweise liefern.
*) Habe ich das nicht bei allen gethan, so liegt der Grund darin, dass ein solches
Citat sich an den verschiedensten Stellen finden kann; man kann sich nun wohl
hei der planmässigen Lectüre alle Stellen anmerken, aber nicht, wenn man eine
Stelle sucht, ein Buch von 474 Blättern gross fol., das unendlich abgekürzt geschrieben
ist (so viel enthält sie in der mir gerade vorliegenden ß a m b. Ilandschr.
P. II. 28.), jedesmal durchlesen.