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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Kvfcala

alias,  wenn  es  von  dieser  Wurzel  herriihrt,  den  sich  entfernenden, ­
  den  entfernten  bezeichnen,  woraus  siel»  die  Bedeutung
jener  ergab,  die  meiner  Ansicht  nach  diesem  mit  ollus  (ille)  stammverwandten ­
  Worte  zukam  und  die  älter  ist,  als  die  gewöhnliche  Bedeutung. ­
  Die  Ansicht,  dass  die  Bedeutungen  von  alias,  ollus  auf
eine  Verbalwurzel  ar,  al  „gehen,  sich  entfernen“  zurückgeht,  wird
nicht  auffallend  erscheinen,  wenn  man  bedenkt,  dass  auch  andere
Wörter,  deren  Bedeutung  verblasste  und  welche  Raumverhältnisse
bezeichnen,  doch  von  Verbalwurzeln  herrühren,  wie  ds£i6g,  ds^irspog,
dexter,  ay.ca.6g  u.  a.  Ferner  wird  z.  ß.  napüv,  rcocpsaultg,  antiv  —
oos,  iasXvog  gebraucht.
Es  fragt  sich  nun  aber,  ob  alias  und  ollus  verwandt  ist.  Pott
(Etym.  Forsch.  I,  299)  und  nach  ihm  Corssen  (Krit.  Beitr.  S.  303)
sehen  ollus  für  eine  Deminutivform  vom  Pronominalstamme  ana  an  ').
Aber  die  Annahme  einer  Deminutivform  scheint,  wo  es  sich  um  die

'/.E'.c  d.  i.  a7ZOK£[iKSLg)  aiminehmende  ftsrafXstv.  Das  Verhältniss  der  drei  Wörter
/j.czaWao),  *p.Erä/.Xvj,  '‘p.EräW.co  ist  dasselbe,  wie  das  von  jteip«eo,  nrEtpvj,  Trei'pw,
wobei  natürlich  eine  Ableitung-  des  neipvj  von  dem  Präsensstamm  des  Verbs  xeiptfi
von  mir  eben  so  wenig  angenommen  wird,  wie  eine  Ableitung  des  Nomens
’^p.eroiXkY;  von  *p.£raXXtoj  vielmehr  haben  Nomen  und  Verbum  dasselbe  Bildungselement ­
  ja  gemeint.  Für  pi£raXXstv,  pksraXXav  nun  nehme  ich  die  Bedeutung
„nach  eilen  (eilen  ist  ja  auch  etymologisch  mit  latXkeiv  verwandt),  nachgehen“ ­
  an,  wie  taXXfitv  wirklich  bei  Hes.  Theog.  269  pisra^povtai  *yap  taXXov
noch  die  intransitive  Bedeutung  erhalten  bat.  Aus  der  Bedeutung  „nachgehen“
ergibt  sich  leicht  die  gewöhnliche  Bedeutung  von  p.E7«XXav  „nachforschen,
nach  fragen“  (wie  bei  [xerep^ecj3<xl,  [/.enevou,  [/.eradio/xeiv  eine  ähnliche
Metapher  stattfindet).  Aber  das  Verbum  bat  noch  eine  andere  Bedeutung,  nämlich
Odyss.  o  23  ovxin  p.ep.verai  reSvyjorog  oode  piEraXXa.  Pind.  01.  6,  62  p.eraX-Xads'v
  re  p.iv,  was  der  Scholiast  erklärt  i  cp  iko<ppovY)  Got.ro,  ixearpd<pyj  ourov.
Diese  Bedeutung  „s  i  c  h  k  ii  m  m  e  r  n  ,  besorgt  sein“  kann  man,  wie  Bühler  mit
Recht  bemerkt,  aus  der  Bedeutung  „nachfragen“  nicht  erklären,  da  dem  Griechischen ­
  eine  solche  Wendung,  wie  die  deutsche  „ich  frage  nicht  darnach“
(d.  i.  ich  kümmere  mich  nicht  darum)  fremd  ist;  wohl  aber  lässt  sich  dasselbe
leicht  aus  der  Bedeutung  „nach  gehen“  erklären,  wie  z.  B.  II.  E  429  p.eripy^eo
£p*ya  *yap.oio  bedeutet  „nach  gehen,  sich  kümmern,  b  eso  r  ge  n“  oder  wie
H.  «  160  rwv  ovre  (/.er  or  p  exy  ovd’  dXe r ji^eic.
*)  Von  ille  sagt  Pott,  dass  es  vielmehr  auf  is  zurückzugehen  scheint.  Aber  olle,  das
wirklich  vorkommt,  muss  man  doch  für  eine  Mittelstufe  zwischen  ollus  und  ille
halten.  Bezüglich  der  Wandlung  der  Endung  us  in  e  ist  mit  Corssen  (zwar  nicht
ipsus  —  ipse,  da  ipse  älter  ist,  aber)  necesus  und  necesse  zu  vergleichen;  für  die
Schwächung  vou  o  zu  i  vergleicht  er  pocillum  von  pocolom.
            
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