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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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K  v  \  c  a  I  a

mit  Recht  zu  bemerken,  „dass  der  Begriff  der  Einheit  hier  einleuchtend
  nur  durch  c  vertreten  ist“.  Wenn  Corssen  (krit.  Nachtr.
263)  die  Herleitung  von  eka  bestreitet,  „weil  der  Abfall  eines  anlautenden
  langen  e  im  Latein  durchaus  ohne  Beispiel  ist“,  so  ist  zu  bemerken, ­
  dass  in  cocles  eben  nicht  ein  anlautendes  e  abgefallen  ist,
sondern  dass  der  erste  Bestandtheil  ka  ist,  dem  an  und  für  sich  die
Bedeutung  „eins“  zukommt.  Benfey  (Kuhn’s  Ztschft.  II,  222)  erklärt
ähnlich  coelebs.  Wichtig  und  richtig  scheint  Bopp's  Erklärung  des
Femininstammes  skr.  catasar-  zu  sein,  der,  verglichen  mit  dem  Femininstamm ­
  des  Zahlwortes  drei  tisar-,  um  ca  reicher  ist,  so  dass  dies
ca  die  Bezeichnung  der  Einheit  zu  sein  scheint,  wie  in  ca-tvar-,  ca-tur-(Vgl.
  Gramm.II,68;  Schleicher  Comp.  §.  237).  Ferner  hatmeinerMeinung
  nach  Ahrens  (Kuhn’s  Ztschft.  8,  331)  genügend  nachgewiesen,
dass  das  griech.  -y.ig  aus  dem  alten  Zahlworte  der  Einheit  verstümmelt
ist.  —  Diesen  Resten  glaube  ich  auch  die  Präposition  cum  anfügen
zu  können,  was  ich  in  dem  Excurs  I.  zu  begründen  suchen  werde.
IV.
Aber  auch  bei  dieser  Geltung  des  in  Rede  stehenden  Pronominalstammes ­
  kann  man  noch  nicht  stehen  bleiben,  sondern  man  ist  gezwungen, ­
  noch  einen  Schritt  weiter  zu  gehen  und  entweder  (mit
Benfey)  eine  Verbalwurzel  »)  oder  einen  demonstrativen  Pronominalstamm ­
  anzunehmen.  Letzteres  halte  ich  für  das  richtige,  indem
ich  überhaupt  von  der  Richtigkeit  der  Ansicht  überzeugt  bin,  dass
alle  Pronominalwurzeln  keine  eigentliche  Bedeutung  hatten,  sondern
ursprünglich  nur  eine  lautliche  Beigabe  zu  der  Deixis,  welche  durch
die  Handbewegung  oder  durch  eine  sonstige  Gebärde  des  Körpers
erfolgte,  bildeten.  Die  hiebei  sich  aufdrängenden  Fragen  „war  die
Wahl  dieses  oder  jenes  lautlichen  Ausdruckes,  um  die  Deixis  zu
unterstützen,  gleichgiltig,  oder  bestand  schon  von  Anfang  an  eine
gewisse  Wahlverwandtschaft,  der  zufolge  verschiedenen  Modificationen
  der  Deixis  (z.  B.  mit  Rücksicht  auf  die  Nähe  oder  Ferne)  bestimmte ­
  Lautkörper  sich  beigesellten?  ferner,  wenn  die  Wahl
gleichgiltig  war,  wie  und  auf  welcher  Grundlage  fand  die  Differenzirung
  der  Gebrauchsweisen  statt?“  diese  und  ähnliche  Fragen
werden  freilich  wohl  immer  Fragen  ohne  Antwort  (wenigstens  ohne
eine  ganz  zufriedenstellende  Antwort)  bleiben.

*)  Benfey  (Kuhn’s  Zeitschr.  9,  123).
            
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