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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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H  o  f  m  a  n  n

Ähnlich  erklärt  Bonfinius  die  Beringung,  „quod  duo  animi
hoc  Vinculo  constringantur  perpetuo  et  indissolubiliter;  forma  quippe
rotunda  perpetuam  coniunctionem  et  fine  carentem  significat“  4 ).
In  c.  7  §.3  C.  XXX.  qu.  5  werden  zwei  Deutungen  zur  Auswahl ­
  neben  einander  gestellt:  der  Ring  werde  gegeben  als  mutuae
fidei  signum,  oder  als  pignus,  quo  „eorum  corda  iungantur“.
Auch  wird  gewöhnlich  geglaubt,  die  Beringung  sei  eine  ursprünglich ­
  einheimische  Volkssitte.  J.  Grimm  (R.  A.,  S.  178)  schien  dies
zweifelhaft;  Schröder  (1,88)  glaubt,  der  Trauring  sei  aus  dem
jüdischen  Recht  eingedrungen;  Friedberg  erkannte  in  dem  vermeintlichen ­
  deutschen  Symbol  richtig  den  römischen  annlus  pronubus
(S.  26,  N.  3),  spricht  auch  von  einer  „Verwandtschaft  mit  dem
Scheinpreise“  (S.  27,  Nr.  3),  und  bebt  mit  Recht  den  Umstand  hervor, ­
  dass  im  Mittelalter  nur  ei  n  Ring  gegeben  wurde  und  zwar  vom
Bräutigam  an  die  Braut  (S.  38).  Wäre  ihm  die  ursprüngliche  Bedeutung ­
  des  römischen  anulus  pronubus  bekannt  gewesen,  so  wäre
ihm  der  ganze  geschichtliche  Zusammenhang  klar  geworden,  t—  Die
meisten  Schriftsteller  gehen  aber  stillschweigend  über  diese  Frage
hinweg.
Und  doch  hat  schon  ein  Schriftsteller  des  16.  Jalirli.  im  Wesentlichen ­
  dieselbe  Ansicht  aufgestellt,  die  hier  dargelegt  wurde.  Der
gelehrte  Baronius  bemerkt  in  seinen  Annales  Ecclesiastici  zum
J.  87  unter  n.  82  s):  „testatur  Clemens  Alexandrinus,  consuevisse
Christianas  midieres  anulos  aureos  gestare:  dari  vero  eos  solitos
a  sponsis  arrhae  nomine  usus  docet.  Quod  autem  non  tantum  in
nuptiis  contrahendis,  sed  in  qualibet  pactione  loco  arrhae
anulus  traderetur,  testatur  Plinius  ...  Porro  ...  non  tantum
olim  apud  Romanos,  sed  antiquissimos  Hebraeorum  dari  solitum  anu-U

  Bei  Justinus  Wolff,  de  arrhis  sponsaiitiis,  1G70  (wieder  abgedritckfc  1738)
p.  16.  Diese  Differtation  ist  zwar  fleissig  geschrieben,  enthält  aber  über  unsere
Frage  fast  nichts  brauchbares.  Folgende  Probe  wird  genügen:  Mahlschatz  wird
fp.  6,  6)  erklärt  als  „ein  Zeichen  oder  Mahl,  lianc  vel  illam  huius  vel  illius  fore
Sponsam  oder  Schatz!“  („amicissima  vocabula,  qua  sponsi  .  .  .  suas  solent  blande
vocitare  sponsas  .  .  —Gar  nichts  zur  Sache  enthält,  trotz  dein  Titel,  Fdch.
Wolf,  disp.  de  ritu  et  solemnibus  nuptiarum  (1727).  —  J.  A.  Meyer,  die  hochzeitlichen ­
  Symbole  (1818)  konnte  ich  mir  leider!  nirgends  verschaffen.
°)  in  der  Ausg.  v.  1612  (Antwerpen),  p.  459  sq.
            
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