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K v 1 c a 1 a
interrogativen und indefiniten Geltung von quis, qui geltend machen,
mag nun die interrogative die primäre oder (wie ich glaube) die secundäre
sein. Dass das relative qui in der Regel an der Spitze des
Satzes steht, ist natürlich und findet sich dies auch bei relativen Wörtern,
denen andere Pronominalstämme zu Grunde liegen. Eben so natürlich
ist es, dass das indefinite quis, qui nicht an die Spitze des
Satzes gestellt ward, da die im Laufe der Zeiten sehr abgeschwächte
Bedeutung dieser Wörter sich mit dieser nachdrücklich hervorhebenden
Stellung nicht vertrug. Dass ursprünglich auch ein indefinites
kas, kis, quis an der Spitze des Satzes stehen k o n n t e, ist nicht zu bezweifeln;
so wie nun aber auch andere (zusammengesetzte) Indefinita
diese Stellung nicht lieben (aliquis, quidam, quispiam),so musste
hei dem schwächeren quis, qui diese Abneigung noch grösser sein.
Die Gründe nun für die Annahme der Entwicklung des relativen
Gebrauches aus dem indefiniten, und nicht aus dem interrogativen,
sind :
1. Mit der Thatsache, dass hei anderen Pronominalstämmen sich
die relative Geltung aus der demonstrativen entwickelt hat (skr. jas
gr. Sg, 6, slav. ize, goth. saef), harmoniert besser die Erklärung der
relativen Geltung des Stammes ka aus der indefiniten, da bei dieser
Erklärung der relative Nebensatz als entstanden aus einem selbstständigen
Aussagesatz betrachtet wird, gerade so wie die Sätze, in denen das
relative Pronomen sich aus dem demonstrativen entwickelt hat, ursprünglich
selbstständige Aussagesätze und nicht Fragesätze
waren.
2. Für die andere Auffassung werden wohl hypothetische Perioden,
deren Protasis ursprünglich ein selbstständiger Fragesatz war, als
Analogie angeführt; aber anderseits kann man auch viele Beispiele
anführen für die Entstehung der hypothetischen Protasis aus einem
die Annahme bezeichnenden Aussagesatze; vgl. oben S. 3. Bemerkenswerth
ist hiebei besonders, dass die lateinische Sprache, deren
Relativa sämmtlich angeblich aus der interrogativen Geltung des Stammes
ka entstanden sind, gerade hei der Bezeichnung des hypothetischen
Verhältnisses, wo die Wahl der interrogativen Form am nächsten
gelegen wäre, davon keinen Gebrauch gemacht hat; denn z. B.
in dem Satze „si me adiuvabis, laudabo te u wird man doch „si me
adiuvabis“ nicht auf einen Fragesatz zurückfuhren können, da si (sei,
svei) ursprünglich demonstrativ ist. Auch ist zu beachten, dass zahl-