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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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II  o  f  m  »  n  n

So  viel  aber  steht  fest:  dass  durch  das  ganze  Mittelalter  hindurch ­
  hei  den  christlich  germanischen  Stämmen  als  Trauungssymbole
Vorkommen:  1.  Gold-  oder  Silbermünzen n ),  2.  goldene  Ringe,
3.  andere  kleine  Werthgegenstände  13 ).  Dieser  Umstand  seihst  und
die  Art,  wie  in  den  Quellen  hierüber  geredet  wird,  passen  völlig  zu
der  hier  versuchten  Erklärung  der  ursprünglichen  Bedeutung  des
Trauringes.
Beispiele  1.  „Cum  bis  petiis  argenti  tenrrho...  in  communicationem
  bonorum  spiritualium  et  temporalium“.  Formel  hei  de
Vert,  Tract.  de  cerimon.  p.  231  (citirt  bei  Du  Cange,  neueste
Auf),  I,  414).
2.  In  französischen  Ritualien  spricht  der  Bräutigam  zur  Braut:
„de  isto  anulo  te  sponso,  et  de  isto  auro  te  honoro,  et  de  ista  dote
te  doto“  oder:  „de  cet  anneau  t’espouse“  („de  cest  annel  je
t'espouse)  etc.  (Friedberg  S.  61,  62,  96.)
3.  Rituale  Sarisbur.  „Interrogat  sacerdos  dotem  mulieris,  videlicet
  arras  sponsales;  et  dicuntur  arrae:  anuli  vel  peeunia  vel
aliae  res  dandae  sponsae“.  (Schröder,  I,  S.  68,  Nr.  13.)  Alle
diese  drei  Arten  von  Symbolen  tinden  wir  cumulir't  im  Parochiale  des
Ezb.  Ernst  v.  Köln  für  die  Diöcese  Löwen  (v.  J.  1692):  „deinde
anulum  sibi  dari  a  sponso  petet  (sc.  sacerdos),  simul  .  .  .  eliirothecas
 13 ),  quibus  insint  tres  nummuli  argentei,  loco  arrhae
sponsae  dandae“.  .  .  (bei  Friedberg,  S.  94).
Es  Hessen  sich  diese  Belegstellen  leicht  sehr  vermehren.  Doch
dürften  schon  die  mitgetheilten  für  unseren  Zweck  genügen;  wer
reicheres  Material  verlangt,der  findet  es  in  Friedberg’s  mit  grossem
Fleiss  geschriebenem  Werke:  „Das  Recht  der  Eheschliessung“,  und
zwar  an  folgenden  Stellen  :
1.  Für  die  skandinavischen  Länder,  S.  31  fg.  („anuli
impositio“);
2.  für  England:  S.  36,  38,  insbes.  N.  3,  N.  4;  S.  41  fg;
46  fg.  („a  ring  and  other  tokens  of  spousage,  as  gold  or  silver“);

J1 )  In  Frankreich  gab  es  zu  diesem  Zweck  eigene,  in  den  Kirchen  aufbewahrte  Münzen
(abgebildet  bei  Friedberg,  S.  96).
12 )  Vgl.  Grimm  a.  zuletzt  a.  0.;  zu  p.  LIV  („next,  nexti“  =fibula)  vgl.  Bach  ofen,
Mutterrecht,  S.  76  fg.
1S )  Dieses  Symbols  bediente  man  sich  bekanntlich  auch  bei  der  Auflassung:
Schulte  Reichs-  und  Rechtsgescli.  §.  148,  N.  6,  8,  24.
            
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