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Hofmann
haben, wie bei uns die Einhändigung der Schlüssel, da bei Griechen
<>) und Römern das Versiegeln häufig die Stelle ries
Verschliessens vertrat; ja die Übergabe konnte auch lediglich
diesen Zweck haben ohne jene symbolische Bedeutung. Hieraus
erklärt sich nun vollständig 1. 77 §21 D. XXXI (Papinian.): Pater
pluribus fdiis heredibus institutis moriens claves et anulurn custodiae
causa, maiori natu filiae tradidit, et libertum eidem filiae,
qui praesens erat, res, quas sub cura sua liabuit, assignare iussit;
commune filiorum negotium gestum intelligebatur, nec ob eam rem
apud arbitrum divisionis praecipuam causam filiae fore“.
Unter den zahlreichen Spuren dieser Bedeutung im Mittelalter
soll nur an die Verwendung des Fingerringes bei Übergabe grosser
Domänen is) und an die damit zusammenhängende Belehnung „itiit
Ring und Stab“ erinnert werden“. „Anulus est signum investiturae
et investitura est signum traditae potestatis“ 14 ).
Was die andere Bedeutung, d. h. die symbolische Beziehung
des Ringes zu Treue und Glauben betrifft, so kann auch hier
zuerst auf den Orient, auf die Schwurringe der arischen
Völker und auf dieThatsache verwiesen werden, dass Ringe von der
jenen eigenthümlichen auffallenden Gestalt in dem weiten Raume vom
iranischen Hochland bis zum skandinavischen Norden an sehr vielen
Stellen ausgegraben wurden i»).
Für den römischen Verkehr ist diese Bedeutung vielfach
bezeugt; und da ist vor allem als classischer Zeuge Ateius Capito
anzuführen, der „pontificii iuris inter primos peritus“ war (Macrob.
**) Hermann, Griech. Alterthümer, § 22, N. 35 fg.
12 ) PI in. hist. nat. 33, cap. I, s. 6. Val. Max. 1. c. Tacit. annal II, 2 („ac vilissima
utensilium anulo clausa“).
,s ) S. die Belegstellen bei Du Cange s. v. investitura.
14 ) Texier, dict. d’orfevrerie, col. 144; vgl. cap. 12 X de sent. et re iud. II, 27;
cap. 3 X de his, quae fiunt a mai. III, 11; cap. 4. X de conc. praeb. II, 8.
15 ) Globus, Bd. XIII. S. 329 fg.; Bd. XIV, S. 176—180. — Klemm spricht an
zwei Stellen (Culturgeschichte, IX, S. 32 und „die Frauen“ II, S. 152) die Überzeugung
aus, dass ein grosser Theil der der vaterländischen Erde enthobenen
Bronzeringe als Trauringe gedient haben mag. Das ist ein Irrthum, der nur
dadurch begreiflich wird, dass Klemm der Ursprung und die Geschichte des
Trauringes unbekannt war. Vielmehr dürften viele dieser Ringe — nämlich die
grossen, nicht geschlossenen, mit Wülsten und scharf hervortretenden Reifen verzierten
— eben Schwurringe gewesen sein.