Über den Verlobungs- und den Trauring-.
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Hiemit ist der Beweis erbracht, dass die ursprüngliche
Bedeutung des römischen anulus pronubus nicht in dem ethischen
Gehalte der Ehe, sondern in der uralten Form des Frauenkaufes
zu suchen ist. Dass in der Zeit des sinkenden Römerthuins aus dein
schmucklosen Eisenreife ein Goldring wurde, der zuweilen einen
grossen Werth repräsentirte, kann nicht auffallen. Der Ring wurde
ein Theil jener Geschenke, in welchen sich die „sponsalitia largitas“
seit jeher gefällt 20 ). Schon viel früher dürfte, die nüchterne juristische
Bedeutung des Ringes meistens dem Bewusstsein der Betheiligten
durch eine mehr zum Gemüthe sprechende Deutung verhüllt
gewesen sein. Bei einem Liebeshandel nennt Plautus (Miles glor.
IV, 1, 11) den von einer Frau gesendeten Ring „arrhabo primus
amoris“; eine ähnliche Vorstellung mochte sich allmählig auch
bezüglich des Verlobungsringes geltend gemacht haben.
§• 7.
Der Ring als Symbol.
Hiemit ist aber die Frage nach der ursprünglichen Bedeutung
des Ringes nicht gelöst, sondern nur weiter zurückgelegt. Es entsteht
eben die andere Frage: was soll der Ring beim Kaufe?
Thatsache ist: die Arrha mit formeller Function (§ 5, Nr. 7) konnte
in einer oder einigen Münzen bestehen oder auch in einem Ringe.
Dies gilt sowohl vom griechischen und römischen Kaufe, als
von den römischen Sponsalien (§6, N. S); und derselben Erscheinung
begegnen wir beim symbolischen Brautkauf der Israeliten und
der germanischen Völker i).
und ebenso in den Justinianischen Institutionen (pr. Inst. III, 23) diese Bemerkung
an die Spitze der Lehre vom Kaufe gestellt ist, bliebe bei der gegenteiligen
Annahme geradezu unbegreiflich.
20 ) Die kostbaren Schmucksachen, die Maximinus Junior seiner Braut schenkte,
nennt Capitolinus (c. 1) „arrhae regiae“ und hebt es besonders hervor, dass
sie, obgleich sich das Verhältniss zerschlug, der Beschenkten gelassen wurden.
1 ) Mendelssohn, Ritualgesetze der Juden (Ausg. v. 1778) S. 93 fg. Der
Scheinpreis besteht in einem Gelde (einer Münze) oder Geideswerth; „man
pflegt dazu einen Ring von Gold oder Silber ohne Stein zu nehmen, den der
Bräutigam der Braut an den Finger steckt“. — In den Niederlanden und in
Friesland gah der Bräutigam der Braut entweder einen Trau-Pfennig oder
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