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H o f m a n n
Fingerring als Arrha beim Kaufe zu verwenden nichts Seltenes
gewesen sein kann n). Dazu kommen zwei Stellen aus Ulpian: die
I. 5 § 15 D. de instit. act XIV, 3 (aus üb. 28 ad Edictum): „Item
si institor, quum oleum verididisset, anulum arrhae nomine acceperit,
neque eum reddat, dominum institoria teneri, . . . .quare si pignus
institor ob pretium acceperit, institoriae locus erit“ 10 ); — dann
I. 11 §. 6. D. de act. emt et vend. XIX, 1 (aus I. 32 ad Edict.):
„Is, qui vina emit, arrhae nomine certam summam dedit si
anulus datus sit arrhae nomine “ Wahrscheinlich gehört
hierher auch die Notiz bei Plinius 11 ), dass „inter Scipionem
(Caepionem?) quoque et Drusum ex anulo in auctione venali inimicitiae
coepere, unde origo socialis belli...“: denn dass der
Fingerring Obj eet der Versteigerung gewesen sei, hat für jene Zeit
(um das J. 90 vorChr.) sehr wenig Wahrscheinlichkeit. —Vielleicht
lässt sich hieraus auch die räthselhafte Stelle cap. 11 X. de praesum.
II. 23 erklären, in welcher verschiedene „adminieula“ erörtert
werden, „quibus probatur matrimonium“. A behauptet mit der B
verheirathet zu sein; sie läugnet es. Nachdem verschiedenes für und
gegen die Behauptung des A vorgehracht wurde „vir. . . . quibusdam
testibus, qui viderant eam annulos deferentem, ipsam probavit uxorem“
; wogegen die Frau der nicht wegzuläugnenden Thatsacbe
eine andere Deutung zu geben sucht: „sed inulier de more illarum,
quae panes vendunt, se anulos detulisse dicebat“.
Von entschiedener Wichtigkeit aber ist folgende, m. W. bisher
noch nicht benutzte Stelle aus Plinius 13 ): „Celebratior quidem
usus cum foenore coepisse debet; argumento est consuetudo volgi.
9 ) Hofmann, Beiträge S. 106.
10 ) Diese Zusammenstellung von arrha und pignus bestätigt das oben (§ o) Gesagte.
11 ) II. N. XXXIII, cap. I, s. 6.
13 ) Nach kanonischem R. „le don de l’anneau etablissait une pre'somption de mariage“
und zwar: „livre dans la maison par l’epoux, c’etait une preuve de fianfailles, et
dans l'eglise par le pPetre, un indice de mariage“. (Abbe Texier, dictionnaire
d’orfevrerie, de gravure et de ciselure chretiennes, col. 138; 27. Bd. der 3. Serie
von des Abbe Migne Encyclopedie Theologique).
l3 ) L. c. fin. (in der Ausg. v. Sillig v. V, p. 72). Plinius giebt dort nämlich eine
Geschichte der Sitte des Ringtragens bei den Römern und schliesst sie mit dem
obigen Satze.