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H ö f I e r
aus dem Stamme Wilhelm des Eroberers, war Franzose und ebenso der
Begründer des Hauses Plantagenet, aus welchem die nachdrücklichsten
Feinde der französischen Krone hervorgingen. Ja hätte nicht
der Besitz eines fremden Thrones die Franzosen in Gegner ihres
Vaterlandes umgewandelt, wer hätte im Mittelalter französischer
Umstrickung entgehen können? Galt es doch seit Alfons VIII. in Castilien
ein Burgundisches (französisches) Königshaus, in Portugal nicht
minder, in Sicilieu seit Karl von Anjou, in Ungarn seit Karl Robert,
Morea wurde in ein Neufrankreich umgewaudelt. Es fehlte nur noch das
gemeinsame französische Interesse, welches die französischen Päpste
im XIII. und XIV. Jahrhunderte nicht yerläugneten, und die christliche
Welt ward den Franzosen eigen. Um so bedeutender war es,
dass gerade England den Zauberring zu zerschlagen sich bemühte,
welchen Frankreich um jene geschmiedet, und, wie erst der Besitz der
Normandie, dann auch der der Guyenne den Engländern Anlass gab,
sich in die französischen Verhältnisse einzumischen, ja geradezu
einen Hebel, das Reich selbst aus seinen Fugen zu bringen.
So viel im Allgemeinen.
Die gegenwärtige Schrift hat es mit nicht weniger als drei
bedeutenden Persönlichkeiten zu thun, ihnen den gebührenden Platz
in der Geschichte festzustellen. Zuerst mit Anna von Luxemburg,
der Tochter Kaiser Karls IV. und Gemahlin König Richards II.
von England, mit welchem die Primogeniturlinie des grossen königlichen
Helden Eduard's III. im Jahre 1400 unglücklich endete.
Anna ist in der englischen Geschichte und in England überhaupt
besser bekannt als in Deutschland. Nicht blos Vaughan (the life and
opinions of John de Wycliffe. Zweite Ausgabe Bd. II. 1831. S. 130)
sondern überhaupt die englischen Schriftsteller, welche über
Wycliffe schrieben, machen die luxemburgische Kaisertochter zu
einer Gönnerin und Gesinnungsgenossin des berühmten Lehrers
von Oxford und weisen ihr somit eine hervorragende Stellung
unter den Königinen Englands, ja unter denjenigen Personen an,
die sich ein Denkmal in der Reformationsgeschichte setzten, wie
denn auch Miss Strickland in ihren Lebensbeschreibungen der Königinen
von England dieses gethan hat. Dass durch Anna Böhmen in
eine verhängnissvolle Verbindung mit England gesetzt wurde, die
nicht ohne grossen und mannigfaltigen Einfluß auf die Entstehung
der hussitischen Bewegung geblieben sei, ist so oft wiederholt