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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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P  f  i  z  m  a  i  e  r

sich  einst  Menschen  gegenüber  im  Gespräche.  Er  blickte  empor,
zeigte  zu  dem  Himmel  und  sprach:  Die  Luft  des  ersten  Monates
des  Frühlings  ist  angekommen.  —  Die  Menschen  gingen  hin,  überzeugten ­
  sich  durch  das  Rohr,  und  die  fliegende  Asche  hatte  bereits  entsprochen. ­
  Indem  er  sagte,  was  er  allmonatlich  erspähte,  befand  er
sich  niemals  im  Irrthum.  Er  verfertigte  ferner  vier  und  zwanzig
Radfächer,  vergrub  sie  in  die  Erde  und  ergründete  dadurch  die  vierund
  zwanzig  Lüfte.  So  oft  eine  Luft  angeregt  ward,  bewegte  sich
ein  Fächer,  jedoch  die  anderen  Fächer  lagen  still.  Dieses  entsprach
der  Asche  des  Rohres  gleich  einer  Beglaubigungsmarke  ')•
Im  neunten  Jahre  des  Zeitraumes  Khai-hoaug  (889  n.  Chr.),
nachdem  man  Tschin  beruhigt  hatte,  entsandte  Kao-tsu  die  Männer
Mao-s6huang,  Tsai-tse-yuen,  Yü-pu-ming  und  Andere,  damit  sie  die
Abschnitte  der  Luft  erspähen.  Dieselben  hielten  sich  an  das  Alterthum. ­
  In  dem  dreifachen  versteckten  inneren  Hause  verfertigten  sie
aus  Holz  zwölf  Bänke.  Sie  nahmen  regelmässig  die  Röhre  der  Musiktöne, ­
  legten  sie  nach  den  Rangstufen  der  zwölf  Sternbilder  auf  die
Bänke  und  bargen  sie  mit  Erde.  Nach  oben  machte  man  sie  mit  der
Erde  gleich.  In  der  Mitte  füllte  man  sie  mit  Asche  von  Binsenhaut.
Mit  leichter  rothgelber  Leinwand  überdeckte  man  einfach  die  Mündung ­
  des  Stimmrohres.  So  oft  die  Luft  des  Monates  ankam  und  sich
mit  dem  Stimmrohr  dunkel  in  Verbindung  setzte,  flog  die  Asche
ungestüm  auf,  zerstob  einfach  nach  aussen,  und  die  Luft  entsprach.
Man  hatte  die  Unterschiede  der  frühen  und  späten  Zeit.  Die  Asche
flog  in  grossen  und  kleinen  Mengen  auf.  Bisweilen  geschah  dieses,
sobald  man  in  den  Monat  trat,  und  die  Luft  entsprach  sogleich.  Bisweilen ­
  erreignete  es  sich,  dass  in  der  mittleren  und  unteren  Decade
die  Luft  erst  entsprach.  Bisweilen  flog  die  Asche  drei  bis  fünf  Nächte
und  war  dann  zu  Ende.  Bisweilen  flog  sie  einen  ganzen  Monat  in
kleinen  Mengen.  Kao-tsu  wunderte  sich  darüber,  und  er  fragte  desshalh
  Nieu-hung.  Hung  antwortete:  Wenn  die  Asche  zur  Hälfte  herausfliegt, ­
  so  ist  dieses  die  einmüthige  Luft.  Wenn  es  die  ganze  Asche
herausbläst,  so  ist  dieses  die  rasende  Luft.  Wenn  es  die  Asche  nicht
herausblasen  kann,  so  ist  dieses  die  schwindende  Luft  Wenn  die  einmüthige ­
  Luft  entspricht,  so  ist  die  Lenkung  friedlich.  Wenn  die
rasende  Luft  entspricht,  so  sind  die  Diener  fahrlässig.  Wenn  die

*)  Das  Buch  der  Sui.
            
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