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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Anwendung 1  und  die  Zufälligkeiten  des  Feuers  in  dem  alten  China.  777

wachsenden  Magenwurz  den  Mund,  und  es  ist  todt.  Man  nimmt  sein
Hirn  und  gebraucht  es  mit  den  Blüthen  der  Goldblume  als  Arznei.
Wenn  man  zehn  Pfund  verbraucht,  bringt  man  es  dahin,  dass  man
fünfhundert  Jahre  lebt.
Ferner  befindet  sich  daselbst  das  Gebirge  des  Feuerwaldes.  In
diesem  Gebirge  lebt  das  Feuerthier.  Dasselbe  ist  so  gross  wie  eine
Ratte.  Sein  Haar  ist  drei  bis  vier  Zoll  lang,  zumTheileroth,  zum  Theile
weiß.  Das  Gebirge  mag  zweihundert  Weglängen  im  Umfange  haben.
Bei  Dunkelheit  sieht  man  in  der  Ferne  die  Wälder  des  Gebirges,
und  das  Licht  dieses  Thieres  leuchtet  den  Menschen  wie  ein  Feuer.
Man  nimmt  das  Haar  des  Thieres,  spinnt  und  bereitet  daraus  Tücher,
die  mit  dem  Namen  „im  Feuer  gewaschene  Tücher“  bezeichnet
werden.  Die  Menschen  des  Reiches  tragen  sie.  Wenn  diese  Tücher
schmutzig  werden,  brennt  man  sie  bloss  im  Feuer.  Nachdem  die
Tücher  zweimal  ,  verzehrt  worden,  nimmt  man  sie  heraus  und
schüttelt  sie.  Der  Schmutz  ist  dann  verschwunden,  und  sie  sind  rein
weiss  wie  Schnee  i).
Tscheu-yü  hielt  Kiang-hia  nieder.  Tsao-tsao  wollte  von  der
rothen  Wand  nach  Kiang-nan  übersetzen  und  hatte  keine  Schiffe.
Er  bestieg  Fähren  und  schiffte  auf  den  Wassern  des  Han  abwärts.
An  der  Mündung  des  Pu  angekommen,  setzte  er  nicht  sogleich  über.
Yü  entsandte  in  der  Nacht  heimlich  hundert  leichte  Boote  und  laufende ­
  grosse  Schiffe.  Bei  jedem  Schiffe  befanden  sich  fünfzig
Menschen,  die  es  fortzogen  und  in  Bewegung  setzten.  Die  Leute
hielten  in  den  Händen  brennende  Fackeln.  Mehrere  tausend  Menschen,
die  in  den  Händen  Feuerbrände  hielten,  standen  auf  den  Schiffen
und  sammelten  sich  vor  den  Fähren,  welche  ankamen.  Sie  legten
jetzt  Feuer  an.  Als  das  Feuer  angezündet  war  ,  drehten  sie  die
Schiffe  und  entflohen.  In  kurzer  Zeit  hatten  sie  mehrere  tausend
Fähren  verbrannt.  Das  Licht  des  auflodernden  Feuers  erhellte  den
Himmel.  Tsao  zog  noch  in  der  Nacht  ab  2).
Im  siebenten  Jahre  des  Kaisers  Hoei  (18S  v.  Chr.),  zur  Zeit
des  Sommers,  brach  auf  dem  Berge  Tschin-man  Feuer  aus.  Mehrere
tausend  Stämme  des  Waldes  wurden  bis  zu  den  Spitzen  in  Brand
gesteckt.  Am  Fusse  desselben,  auf  einer  Fläche  von  mehreren  zehn

*)  Die  Geschichte  der  zehn  Inseln.
2 )  Die  Geschichte  des  Ruhmes  und  der  Männlichkeit.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXV.  ßd.  IV.  Hft.

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