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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

Mariaren  |  eigentlich  Maria-en  mit  Einschaltung  des  euphonischen ­
  r.
Litaniac  j  könnte  auch  Litania  heissen;  das  c  (4)  wird  dann  hinzugefügt, ­
  wenn  das  Suhject  als  handelnd  gedacht  wird;  in  dem  Texte
B  lautet  die  Überschrift  Amu  6 )  Virginaren  Letaniu,  d.  h.  die  Litanei
der  „Jungfrau“  Mutter.  Auch  die  beiden  andern  Überschriften
[s.  oben  Sprachpr.  Note  2)  verdienen  Berücksichtigung;  zunächt  ist
zu  bemerken,  dass,  wie  in  Biryina  Sainduaren  Lit.  es  hervortritt,  von
zweien  zusammengehörenden  Worten  das  erste  unverändert  bleibt
und  nur  das  zweite  die  von  einem  nachfolgenden  Subjecte  bestimmte
Genitivform  annimmt,  also  nicht:  biryinaren  Sainduaren;  sodann  ist
es  merkwürdig,  wie  man  das  lateinische  Wort:  sanctus  auch  in
der  Form  des  Superlativs  hinübergenommen  hat  und  diese  dann  baskisch
  declinirt:  Maria  Santissimaren  Litania.
Jautia  |  heisst  der  Herr.  Baskische  Gelehrte  erklären  das  Wort
aus  Jao-on-a,  welches  dahin  ausgelegt  wird:  Jao  bedeute  Wesen,
o«:  gut  und  a  ist  der  Artikel’).  Chaho  insbesondere  will  in  dem  Jao
den  Ausruf  der  Bewunderung  erkennen,  mit  welchem  der  Mensch  unmittelbar ­
  nach  seiner  Erschaffung  den  „Ewigen“  begrüsst  habe 8 ).
Wir  müssen  diese  Ideen  auf  sich  beruhen  lassen  und  verweisen
nur  noch  auf  die  Bemerkungen,  welche  weiter  unten  in  Betreff  des
Wortes  Jaincoa  (Z.  8)  zu  machen  sind»).  Für  eben  jene  Gelehrte
liegt  in  der  Bezeichnung  Gottes  mit  einem  „längst  vor  dem
Christenthum  vorhandenen  Worte“  ein  Grund  zu  der  Annahme,
für  die  man  auch  eine  Stelle  aus  Strabo  herbeizieht  *°),  dass  die  Vorfahren ­
  der  Basken,  für  welche  ihnen  die  Iberer  gelten,  sich  von
jeher  nur  zu  einem  Einigen  Gotte  bekannt  hätten.  Dieses  Argument ­
  würde  wohl  eben  so  gut  auf  die  meisten  heidnischen  Völker,
z.  B.  auf  die  Germanen  passen,  deren  Wort  „Gott“  auch  älter  ist
als  das  Christenthum,  und  würde  höchstens  so  viel  beweisen,  dass
alle  Vielgötterei  von  einem  ursprünglichen  Monotheismus  ausgegan-*’)

  S.  unten  Commentar  zu  Z.  13.
7 )  Vergl.  Chaho,  Dictionnaire.  Introd.  p.  66.
Chaho,  Etudes  grammat.  p.  14.  —  Erwähnt  mag  dabei  werden,  dass  D  i  o  d.  Sic.
Lib.  J.  cap.  94  berichtet,  die  Juden  hätten  ihren  Gott  law  genannt.
9 )  S.  7S6.
10 )  Strabo,  Geograph.  Lib.  111.  cap.  4.  §.  16.

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