Eine baskische Sprachprobe liebst Einleitung und Commentar.
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Mahn bemerkt in dieser Beziehung sehr richtig, man möge doch
ja „die Flexion, die, abgesehen von dem inneren Lautwandel, nur ein
Kind der Agglutination ist, nicht zu hoch, und die Agglutination nicht
zu niedrig anschlagen“, und kommt zu dem Resultate, dass eigentlich
der Unterschied zwischen Flexion und Agglutination keinen hesondern
Werth habe 4a). Hat nun das Baskische die Flexion im Sinne
der arischen Sprachen, die zum Theil auch noch erkennbare Reste
der Agglutination aufbewahrt haben, nicht entwickelt, so hat es denn
doch auch schon diesen Weg betreten, indem es verschiedene Casus
sowohl im Singular als auch im Plural ausdrükt*«), wobei weiter zu
bemerken ist, dass, wenn der bestimmte Artikel hinzutritt, nur dieser,
nicht das Substantiv declinirt wird.
Am allereigenthümlichsten ist aber die Conjugation; diese hat
nicht bloss eine Flexion mittelst der suffigirten Fürwörter und zwar
als Subjecten, sondern sie drückt auch die objectiven Verhältnisse
durch Präfigirung oder Sulfigirung solcher Fürwörter aus;
man hat daher diese Art der Conjugation auch wohl mit dem Kunstausdrucke
„einverleibend“ bezeichnet. Auf den ersten Anblick könnte
man freilich erschrecken, wenn man auf auxiliäre Verbalformen, wie
gitzaikenielakoz44) stösst und dazu vernimmt, dass das Baskische
nicht weniger als 206 Conjugationen habe 45). Indessen die Sache
sieht gefährlicher aus, als sie ist; es herrscht in dem ganzen Conjugationssystem
eine solche Einfachheit, dass man auch wohl hat
sagen können: das Baskische habe nur Eine Conjugation46). Jene
Mannigfaltigkeit liegt in der Verschiedenheit der Einverleibung. So
ist z. B. die Conjugation von det: „ich habe es“ eine andere, als
die von dutut: „ich habe sie“ (Plural; franz. je les ai); eben so
eine andere, wenn „ich habe es Ihnen“ (duzutj, als wenn: „ich habe
es ihm“ (diotj conjugirt werden soll. Eine andere Merkwürdigkeit ist
hierbei noch die, dass die Form bei der nämlichen Person eine andere
wird, je nach der Person, zu welcher sie spricht. So ist z. B. niz
42 ) Mahn a. a. 0. S.
4s ) Wir werden auf diesen Gegenstand später zurückkommen und verweisen einstweilen
auf Duvoisin, Etüde sur la declinaison basque. ßayonne 1866.
D. h. weil wir dir (o Frau!) sein werden.
^ 5 ) Dies war noch die Meinung von Astarloa, a. a. 0. p. 151. — Vergl. Humboldt,
Berichtigungen und Zusätze zum Mithridates. S. 52.
46 ) Inchauspe, Le verbe basque. p. 1. — Chaho, Etudes grammaticales p. 82.