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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Eine  baskische  Sprachprobe  nebst  Einleitung  und  Commentar.

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längst  eine  andere  geworden;  ganz  im  Gegensatz  zu  S  c  al  ig  e  r  2 »),
welcher  den  „Cantahrismus“,  wie  er  das  ßaskische  nannte,  als  eine
„lingua  lenissima  et  suavissima“  bezeichnete,  will  Mariana  nicht
viel  von  ihr  wissen,  indem  er  sie  als  „rudis  et  barbara“  und  „cultum
abhorrens“  auf  eine  sehr  niedere  Stufe  stellt  25).  Aus  diesem  Widerwillen ­
  der  Spanier  gegen  die  baskische  Sprache  rührt  auch  die
Volkssage  von  der  Verzweiflung  des  Teufels  in  der  Erlernung  des
Baskischen  her  36 ).  Es  ist  daher  begreiflich,  wie  die  spanische  Akademie ­
  in  ihrem  Dictionnaire  dem  Worte  „Vascuence“  die  metaphorische
Bedeutung  beilegt:  „Io  que  estä  tan  confuso  y  oscuro  que  no  ne
puede  entender“  27 ).
Ganz  anders  wiederum  als  die  Spanier  urtheilen  unsere  Sprachforscher ­
  Humboldt,  Mahn  und  Max  Müller  über  das  Baskische,  ohne
sich  zu  den  Phantasien  einzelner  Eingebornen  zu  versteigern  welche
sogar  ihre  Sprache  zur  etymologischen  Grundlage  des  Latein  machen
wollen 38 ).  Es  sei  uns  vergönnt  in  mehreren  später  nachfolgenden
Abhandlungen  das  baskische  Alphabet  und  einzelne  andere  Bestandtheile
  der  baskischen  Grammatik  zu  besprechen,  hier  aber  nur  eindem

  ersten  Bande  der  von  Belsunce  fortgesetzten  Histoire  desBasques.  Damit  ist
zu  vergleichen,  was  Chaho  a.  a.  0.  p.  3.  von  der  baskischen  Sprache  überhaupt
sagt:  „La  langue  euskarienne  date  des  premiers  siecles  de  notre  temps  historique  ;
eile  naquit,  durant  le  premier  äge,  dans  le  midi;  sa  vocalisation  vierge  est  divine,
sa  nomenclature  est  originale  et  sans  melange;  l’arehitecture  merveilleusement  reguliere ­
  et  simple  de  son  Systeme  grammatical  acheve  d’en  faire  le  dialecte  le  plus
philosophique,  le  plus  complete  du  verbe  humain.  Conservee  jusqu’au  milieu  de  Tage
ancien,  par  les  Aphothomites,  les  Anherrites,  les  Churites,  les  Muthurgores  et  autres
peuplades  de  la  Mauritanie  primitive,  cette  langue  fleurit.  en  Espagne  pendant  trois
mille  ans  avec  les  lberes-Euskariens,  jusqira  l’invasion  des  Celtes  ou  Tartares  (!),
dont  les  dialectes  grossiers  et  tenebreux  enfanterent  dans  nos  contrees  meridionales
la  confusion  de  Babel.  II  est  donc  vrai  de  dire  en  allegorie,que  la  langueEuskuara
bien  anterieure  ä  1’  etablissement  des  Barbares  dans  le  midi,tire  son  origine  d’  Adam
puisque  cette  mythe  ge'nesique  represente  l’humanite  des  nreraiers  äges  “
2 ^)  Scaliger,  Tract.  de  Europaeorum  linguis.  —  Vergl.  Oih  enart,  Notitia  utriusque
  Vasconiae.  Tom.  I.  cap.  11.  p.  36.
25 )  Mariana,  Hist.  Hisp.  Lib.  1.  cap.  3.
28 )Mahn,  Denkmäler  der  baskischen  Sprache.  S.  VI.
27 )  Diccionario  de  la  Acaderaia  Espanola;  adicion  abhreviada  por  D.  Vincento  Gonzalez
Arnao  (Paris  1826)  P.  II.  p.  1479.
2S )  S.  oben  Seite  742.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LXV.  Bd.  IV.  Hft.

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