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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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Phillips

den  Elementen  gestählt  ;  Meer  und  Gebirge  haben  ihm  Kraft  und  Gewandtheit ­
  verliehen.  Ausdauernd  im  Kampfe  für  ihre  angestammten
Rechte  haben  die  Basken  selbst  „dem  grossen  Capitän“  Gonsalvo  de
Cordova  das  Wort  entlockt:  „Lieber  wollte  ich  Löwen  händigen  als
Basken“  i°).  Und  dennoch  sind  die  Basken  ein  gutmüthiges  und  fröhliches ­
  Volk,  und  Nichts  ist  anmuthiger  zu  schauen,  als  ihr  Spiel  h)
und  ihr  Tanz  12);  daher  charakterisirte  Voltaire  die  Basken  durch  den
Ausspruch:  „ce  petit  peuple,  qui  saute  et  danse  au  haut  des  Pyrenees“.

Leider  ist  die  baskische  Bevölkerung  in  progressiver  Abnahme
begriffen  und  noch  mehr  verliert,  wie  schon  angedeutet  wurde,  ihre
Sprache  von  Jahr  zu  Jahr  an  ihrem  Gebiete;  eine  Erscheinung,  über
welche  eine  interessante  Abhandlung  von  Elisee  Reclus  in  der
Revue  des  deux  mondes  nachgelesen  zu  werden  verdient,  welche  die
nur  zu  wahre  Überschrift  führt:  „Les  Basques,  un  peuple  qui  s’en
va“  's).  Es  sind  jetzt  im  Ganzen  kaum  mehr  600,000  Menschen,
welche  die  baskische  Sprache  reden«*),  von  denen  etwa  120,000  auf
das  französische  Baskenland  kommen  15).  Einen  grossen  Antheil  an

10 )  Vergl.  Mahn  bei  Blutschli  (s.  oben  I.  Note  4).
1J )  Vorzüglich  geschickt  sind  die  Basken  im  Ballspiel  (Pilota),  auch  ist  die  bei  ihnen
übliche  Jagd  auf  Ringeltauben  sehr  merkwürdig,  S.  darüber  C.  Duvoisin  Cambo
et  ses  alentours.  (ßayonne  1858).  p.  153  u.  s.  w.  —  S.  auch  v.  Lüdemann,  Züge
durch  die  Hochgebirge  und  die  Thäler  der  Pyrenäen  im  Jahre  1822.  (Berlin  1825)
S.  307.  u.  f.
1a )  An  dem  Tanze  nehmen  aber  die  Frauenzimmer  in  der  Regel  nicht,  wohl  aber  bisweilen ­
  die  Priester  Tbeil.  So  berichtet  Garat,  Origines  des  Basques  de  France
et  d’Espagne.  p.  32.  —  Die  Musikbegleitung  besteht  in  dem  Tambourin  und  in  der
Chirola,  einer  Flöte  mit  drei  Löchern.
lS )  Revue  des  deux  mondes.  Tome.  LXV1II.  p.  313—340.  (Hieraus  schöpfen  auch
mehrere  kleinere  Aufsätze  in  deutschen  Zeitschriften  z.  B.  Globus.  Bd.  11.  (1867)
S.  367.
Einen  recht  hübschen  Artikel  über  die  Basken  enthält  auch  der  Jahrgang  1857
der  Augsb.  Allg.  Zeitung.  Beilage  Nr.  280.  Nr.  283;  ebenso  Norddeutsche
allg.  Zeitung  v.  23.  Februar  1868.  Zur  Kenntniss  der  Basken  dient  auch  die  kleine
Schrift:  Dasconaguerre,  Les  Echos  du  Pas  de  Roland.  Paris  1868.  —  Vergl.
noch  Lüdemann  a.  a.  0.  S.  279.  u.  ff.  so  wie  den  mehrfach  erwähnten  Artikel
von  M  a  h  n.
* 5 )  Mit  Rücksicht  auf  die  Abhandlung  von  Reclus  scheinen  die  Zahlen  bei  Mahn  zu
hoch  gegriffen  zu  sein.  Dieser  gibt  S.  661  die  Bevölkerung  des  französischen
Baskenlandes  auf  (90  Q.Meilen)  130.000  Seelen  an;  das  spanische  Königreich
            
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