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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  ältesten  Geschichte  des  muhammedanischen  Rechts.

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Regierungen  von  Mahdi,  Hädi  und  Ma’mün  durch  den  persönlichen
Einfluss  'Abu  Jüsuf’s  sich  weit  ausbreitete;  dann  aber  wurde  dieses
wie  jenes  von  dem  malikitischen  überwuchert  >),  und  diesem  wieder
von  dem  späteren  schafiitischen  der  Boden  streitig  gemacht.  Wie  die
Schichten  der  Erde  haben  sieb  die  Hauptrechtssysteme  der  Muhammedaner ­
  zu  verschiedenen  Zeiten  verschieden  zu  einander  gelagert:
in  der  Gegenwart  herrscht  die  Lehre  Shäfi'i’s  in  Ägypten  und  im
holländischen  Indien,  die  Mälik’s  dagegen  in  Tunis,  Algier  und
Marokko.
Von  rein  juridischen  Werken  dieser  drei  Männer,  denen  sich
später  Shäfi'i  und  ’Alimad  b.  Hanbal  zugesellten  —  soweit  sie  überhaupt ­
  solche  schrieben  —  ist  unseres  Wissens  nichts  erhalten:  dagegen ­
  bildet  die  mündliche  wie  schriftliche  Überlieferung,  die  Citate
  ihrer  Ansichten  die  Grundlage  der  gesammten  muhammedanischen ­
  Rechtsliteratur  von  der  ältesten  Zeit  bis  auf  die  Gegenwart.
Die  Frage  nach  der  Art  der  Fortpflanzung  juridischer  Kenntnisse ­
  ist  auf  das  engste  mit  der  über  die  älteste  Aufzeichnung  verbunden. ­
  Es  ist  bereits  oben  erwähnt,  dass  die  kanonische  Koranredaction ­
  im  Jahre  d.  Fl.  3u  niedergeschrieben  wurde;  bei  mehreren
der  Genossen  wird  ausdrücklich  bemerkt,  dass  sie  auch  schon  vor
der  Zeit  des  Islams  geschrieben  haben,  so  dass  Muhammad  b.  Alhasan
  die  Schreibekunst  mit  Recht  als  eine  unter  den  Arabern
übliche,  von  den  Vorvätern  ererbte  bezeichnen  konnte-).  Baläduri
IV1)  hat  uns  eine  Nachricht  von  Ihn  Sa'd  und  Wäkidi
  aufbewahrt,  nach  welcher  zur  Zeit  der  Gründung  des  Islam
unter  den  Kuraishiten  17  Männer  s)  des  Schreibens  kundig  gewesen
sein  sollen.  Wakidi  berichtet  ferner  a.  a.  0.  S.  IVf,  dass  unter  den

1)  Dies  geschah  unter  dem  dritten  oinajjadischen  Beherrscher  Spaniens,  Alhakam  b.
Hishäm;  erster  Apostel  der  malikitischen  Lehre  war  ein  Schüler  Mälik’s,  Zijäd  b.
'Abd-alrahman  Allahmi  (gest.  A.  H.  204  oder  193,  192,  199).  Vgl.  Makkari  1,
und  II,  S.  lor
z )  Z  d.  D.  M.  G.  X.  S.  6
s )  Diese  sind  'Omar,  'Ali,  'Otmän,  ’Abü  'Ubaida  b.  Algarräh,  Talha,  Jazid  b.  Abi
Sufjän,  ’Abft  Hudaifa  b.  'Utba  ,  Hätib  b.  'Amr,  ’Abd  Salima  b.  'Abdal’asad  Almahzilmi,
  ’Abän  b.  Sa'id,  Hälid  b.  Sa'id,  Abd-alläll  b.  Sa'd  b.  ’Abi  Sarli  Al'ämiri,
Huwaitib  b.  'Abd-al'uzzä  Al'ämiri,  Abd  Sufjän  b.  Ilarb,  Mu'äwija  b.  ’Abi  SuQän,
Guhaim  b.  Aisalt.  Al'alä’  b.  Alhadrami.
            
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