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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Zur  Geschichte  der  Literatur  über  das  Decret  Gralians.  III.

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zugsweise  darin,  dass  sie  den  Beweis  bilden  für  die  monographische
Behandlung  dieser  Materie.  Am  Bande  der  Bamberg  er  Handschrift
stehen  ab  und  zu  Glossen,  welche  vielfach  kurz  angeben,  welches
das  geltende  Recht  sei,  mithin  den  Gebrauch  der  Schrift  in  späterer
Zeit  lehren.  In  einer  (fol.  231.)  zu  c.  aliquando  [c.  7.  C.  XXXII.  q.  2.]
heisst  es:
'M.  R.  coniuges  non  sunt,  id  est  maritalem  non  habent  affectum,
manet  tarnen  sacramentum’.  In  dieser  Glosse  haben  wir  also  die
bis  jetzt  nicht  unerwünschte  Bestätigung  dafür,  dass  R  u  f  i  n  die  ganze
Pars  II.  glossirt  hat.  An  derselben  Stelle  citirt  die  Glosse  auch
'm.  p.’  d.  h.  Petrus  Lombardus.
d.  Ein  ganz  kurzer  Tractat  ist  der  von  mir  in  der  cit.  Schrift
Decret.  jurisprud.  spec.  pag.  XVIII.  sqq.  publicirte,  welcher  eine
höchst  compendiarisehe  Darstellung  der  Ehehindernisse  enthält.  Ihn
gibt  auch  der  Codex  der  Wiener  Hofbihliothek  2221  s.  XIII.
fol.  II8 a  —  1  IIP.
e.  Die  monographische  Behandlung  des  Eherechts  geht  auch
später  noch  stets  neben  der  exegetischen  und  systematischen  Behandlung ­
  der  Quellen,  wie  die  Summae  de  matrimonio  von  Bernlia  rdus
Papiensis  und  Tancred  zeigen.  Am  Ende  des  12.  Jahrhunderts
bemächtigt  sich  ihrer  die  Jurisprudenz  für  das  forum  internum,  als
deren  Vater  bis  jetzt  Robertus  F1  a  mesburiensis  *)  angesehen
werden  kann.  Ausser  Tancred,  der  gleichzeitig  ist,  bietet  die
Literatur  des  13.  Jahrhunderts  nur  Überarbeitungen,  die  Fortbildung
blieb  den  Summae  camum  von  der  Raymunds  an  überlassen.
Summae  anonymae  zum  Decret 3 ).
I.  Der  Codex  P.  II.  15.  membr.  fol.  der  Bamberg  er
Bibliothek  enthält  fol.  100—107  (Anfang  bis  D.  XXV.)  29—49
(Ende  der  Dist.)  50—70  (C.  I.  —  c.  42.  c.  VII.  q.  1.)  71  —  100
(bis  C.  XVII.  q.  4)  108—119 a  mit  2.  Col  zu  je  70  Zeilen  von  einer
Hand  des  XIV.  Jahrhunderts,  welche  aber  unendlich  klein  und  mit

J )  Meine  Schrift:  Robert  i  Flamesburiensis...  Summa  de  matrimonio
et  de  usuris.  Giss.  1868.  4.
2 )  Ich  mache  diese  Mittheilung,  obwohl  sie  streng  genommen  nicht  in  diesen  Zusammenhang ­
  passt,  weil  ich  die  Handschrift  erst  in  jüngster  Zeit  genauerem
Studium  unterzog  und  wohl  nicht  sobald  mehr  Veranlassung  habe,  sie  zu  besprechen. ­

            
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