Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

610

v.  Schulte

Ob  Johannes  unmittelbar  aus  Alanus  uud  Gilbert  geschöpft,  oder
eine  vermittelnde  Sammlung  zwischen  liegt,  ist  Gegenstand  der
Erörterung  des  vierten  Capitels.
III.  In  der  Bulle  Devotioni  vestrae,  womit  P.  Innocenz  III.  die
s.  g.  Compilatio  III.  der  Universität  zu  Bologna  übersandte,  wird
gesagt:  'Die  von  Petrus  getreu  compilirten  und  unter  die  gehörigen
Rubriken  gestellten  Decretalen  seien  enthalten  in  den  Regesten  bis
zum  XII.  Regierungsjahre’,  d.  h.  da  Innocenz  am  8.  oder  9.  Jan.  1198
gewählt  worden  ist,  bis  zum  Anfänge  des  Jahres  1210.  Ob
Petrus  sie  aus  den  Regesten  selbst  oder  anders  woher  genommen
habe,  wird  nicht  gesagt.  Fest  steht,  dass  Sammlungen  päpstlicher
Decretalen  je  nach  dem  Bedürfnisse  fortwährend  gemacht  wurden,
dass  dadurch  gewisse  als  in  der  Schule  recipirt  erschienen,  hierdurch
ihren  particulären  Charakter  verlierend  allgemeine  Geltung  erlangten.
Zugleich  war  durch  diese  Sammlungen  ihnen  der  Ort  im  Systeme
angewiesen.  Die  grössten  derartigen  Sammlungen  liefern  für  Innocenz
Decretalen  Gilbert,  besonders  Alanus
Die  Sammlung  des  Petrus  enthält  482  Capitel.  Die  Tabellen  ergeben ­
  davon  fast  300  als  in  den  verschiedenen  Formen  der  bisher
besprochenen  Sammlungen  befindlich.  Wenn  Petrus  die  im  4.  Capitel ­
  zu  besprechende  Fuldaer  Sammlung  kannte,  waren  von  dort
wiederum  verschiedene  zu  holen.  Indessen  ist  es  viel  wahrscheinlicher, ­
  dass  er  nicht  aus  Gilbert  und  Alanus,  sondern  aus  Bernardus
Compostellanus  bis,,  zum  10.  Regierungsjahre,  für  die  vom  10.  bis
zum  12.  aus  den  Regesten  gesammelt  hat,  wofern  nicht  auch  letztere
schon  in  den  Sammlungen  meist  beigefügt  waren.  Indirect  aber  ist
denn  doch  wieder  Gilbert  und  Alanus  Quelle,  weil  ausser  Frage
steht,  dass  Bernardus  Compostellanus  beide  Sammlungen  kennt  und
benutzt.
Theinen),  welcher  Bernhards  Sammlung  genau  beschrieben
hat,  gibt  als  darin  befindlich  folgende  Citate  an:
I.  L.  1.  t.  6.  c.  9.  'Idem  archiepiscopo  cantuariensi.  Innotuit
nobis  olim  et  inf.  In  secunda  compilatione  tit.  De  filiis  presbyterorum
libro  primo  quaere  decretalem  istam’.
*)  Disquisitiones  pag.  129  —136,  die  Citate  stehen  131  Nota  5.  eine  synoptische
Tabelle  der  Comp.  Bernardi  und  Petri  Benev.,  aber  leider  wieder  nicht  in  tabellarischer ­
  Form,  p.  135  Note  13,  endlich  eine  Nachweisung  aus  den  Regesten  bis  zum
10.  Jahr  p.  136.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.