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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

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v.  S  c  h  ulte

Endlich  trägt  die  Sammlung  schon  deshalb  nicht  den  Charakter
eines  Auszugs,  weil  in  beiden  Inscriptionen  und  Umlang  durchweg
übereinstimmen.  Es  liegt  somit  die  Compilation  Gilberts  in  erweiterter ­
  Gestalt  vor.
II.  Die  Vermehrung  fällt  vor  Abfassung  der  Compilation  des
Alanus,  wie  sich  daraus  unzweifelhaft  ergibt,  dass  die  in  der  vermehrten ­
  Gestalt  sammt  ihrem  Anhänge  enthaltenen  später  in  die
Comp,  II.  übergegangenen  Decretalen  bez.  Stücke  derselben  bei
Alanus  nicht  Vorkommen  t).
Dieses  lässt  sich  mit  Rücksicht  auf  die  zahlreichen  sicher  zum
Theil  allgemein  bekannten  Decretalen  nur  dadurch  erklären,  dass
Alanus  jene  vor  Augen  hatte.  Zugleich  dürfte  aus  diesem  Umstande
sich  als  höchst  wahrscheinlich  ergeben,  dass  Gilbert  selbst  die  Umarbeitung ­
  später  vorgenommen  hat.  Für  diese  Annahme  sprechen
noch  zwei  Momente.  Erstens  fiele  es  auf,  dass  Tancred  nur  des
Gilbertus  gedenkt,  aber  keines  Fortsetzers;  nimmt  man  die  Überarbeitung ­
  als  Werk  Gilberts,  so  ist  nichts  Auffallendes  vorhanden.
Zweitens  ist  diese  erweiterte  Sammlung  glossirt,  dies  beweist  einen
ständigen  Gebrauch,  welcher  nur  auf  Gilbert  deutet.
Was  die  Vermehrung  selbst  betrifft,  so  besteht  sie  in  einer  Anzahl ­
  von  Decretalen  der  Päpste  vor  Innocenz  III.,  sodann  von  Decretalen ­
  des  letzteren.
III.  Wie  mit  der  Hauptsammlung  verhält  es  sich  hier  mit  dem
fol.  I32 11  —  139“  befindlichen  ohne  jeden  Zwischenraum  sich  anschliessenden ­
  und  am  oberen  Rande  der  Handschrift  mit  Extra
Titulos  bezeichneten  Anhänge  (Tabula  D.).  Während  alle  im  Anhänge ­
  zur  ersten  Gestalt  befindlichen  Decretalen  aufgenommen
worden  sind,  ist  bereits  in  dem  vorhandenen  Stücke  die  Vermehrung
bedeutend;  31  kommen  auf  23  in  dem  ersten.  Der  Anhang  ist  leider

*)  Dies  erleidet  geringe  Ausnahmen.  Wie  die  Tabellen  ergeben,  kommt  bei  Alanus
in  der  Form  E.  aus  Gilbert  C.  von  den  in  der  Compilatio  II.  des  Job.  Gal.  enthaltenen ­
  Decretalen  vor:  1.  11.  2.,  I.  12.  2.,  II.  18.  4.,  V.  1.  1..  V.  19.  8.,  in  G.
aus  Alanus;  II.  1.  1.,  II.  9.  2.,  II.  19.  6.  u.  7.,  u.  de  causa  illa  unde  (de  privil.)»
aus  den  in  der  Comp.  111.  enthaltenen  hat  Alanus  von  bereits  bei  Gilbert  vorbildlichen ­
  in  Form  E.:  I.  13.  2.,  I.  18.  3.  u.  6.,  I.  24.  3..  I.  25.  2.,  II.  12.  6.,  II.  18.
5.,  111.  2.  1.,  aus  D.  num.  12.  F.  :  I.  23.  1.,  V.  4.  1.,  G  aber:  I.  18.  3.,  I.  20.  4.,
111.  3.  1.,  V.  IG.  1.  Die  meisten  davon  sind  aber  aus  den  Anhängen.
            
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