Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

598

v.  Schulte

aus  die  Sache  ungenau  darstellt,  nichts  zu  folgern  ist  >).  Halten  wir
uns  an  Tancred,  so  dürfen  wir  annehmen  :
1.  Johannes  Galensis  hat  im  Wesentlichen  so  sehr  aus
Gilbert  und  Alanus  geschöpft,  dass  seine  Sammlung  sich  als  ein
Auszug  aus  beiden  darstellt.
2.  Gilbert  und  Alanus  haben  nach  dem  Vorhilde  Bernhards
('ad  instar  primae  compilationis’,  'similiter’)  die  ihrigen  gemacht,  so
dass  die  Eintheilung  in  Bücher,  Titel  und  Capitol  dadurch  feststeht.
3.  Johannes  zog  die  Deeretalen  aller  Päpste  vor  fnnocenz  III.
aus  den  Sammlungen  von  Gilbert  und  Alanus.
4.  Über  das  Verhältniss  der  Sammlung  Gilberts  zu  der  des
Alanus  erfahren  wir  nur,  dass  letztere  später  gemacht  ist.
Dies  lässt  v  e  r  m  u  t  h  e  n  ;
Gilbert  habe  zahlreichere  Deeretalen  der  Päpste  vor  Innocenz
  III.  und  Alanus  mehr  eine  Nachlese  gehalten.
3.  Ob  Johann  nur  aus  den  beiden  Sammlungen  geschöpft  hat,
wird  nicht  gesagt.  Diese  Frage  hatte  für  den  Zeitgenossen,  welchem
beide  zu  Gebote  standen,  keine  Wichtigkeit.
ti.  Über  die  Hülfsmittel  beider  erfahren  wir  nichts.
Es  soll  nun  im  Folgenden  ausschliesslich  auf  Handschriften  gestützt ­
  geliefert  werden  eine  Beschreibung  der  Sammlungen  beider,
der  allmäligen  Erweiterungen,  des  Verhältnisses  beider  zu  der
Comp.  II.,  III.,  IV.,  sodann  der  Entstehung  derselben.  Daran  mag  sich
noch  eine  kurze  Erörterung  über  die  sonstigen  Quellen  der  Comp.  III.
und  IV.  schliessen.  Damit  darf  ich  die  Geschichte  der  Compilationes
antiquae,  soweit  sie  hier  berührt  wird,  bis  zum  gewissen  Grade  als
abgeschlossen  betrachten,  da  die  Darstellung  selbst  ergeben  dürfte,
dass,  was  man  etwa  Neues  noch  auflinden  werde,  nicht  von  wesentlicher ­
  Bedeutung  sein  kann.

')  Praktisch  aber  genügend,  da  er  nur  die  ö  Comp,  antiquae  nach  einander  bespricht,
  wodurch  der  Schein  entsteht,  als  habe  Joh.  Galensis  vor  Petrus  von  Benevent
  seine  Sammlung-  gemacht.  Dadurch  hat  sich  Antonius  Augustinus  verleiten ­
  lassen.  Diesen  Punkt  hat  schon  Thein  er  p.  25  sqq.  hinlänglich  beleuchtet.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.