Über die richtige Abgrenzung der alten Geschichte etc.
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Einfluss ausgeiibt haben, nachdem dieses sich mit dem Bestände
der civilisirten Welt identificirt hatte und selbst den Chinesen,
welche im äussersten Osten Asiens das Gesicht dem grössten aller
Oceane zugewendet, ihre Jahrtausende zählende Cultur wahrten,
Ehrerbietung einftösste. Nur muss, wie Stoddart richtig bemerkte,
als Eintheilungsgrund eine Thatsache’ genommen werden, die für
die orientalische Welt eine ebenso grosse Bedeutung gewann , als
für die oecidentale. Sie muss, möchte ich hinzusetzen, auf den
grossen Weltenkampf zwischen Orient und Occident, der sich in der
alten Geschichte vollzieht, einen ebenso grossen Einfluss gewinnen,
als sie andererseits einen Gegensatz zu der ganzen bisherigen
Entwicklung bezeichnen muss, an welchen sich naturgemäss die
neue Entwicklung ebenso anschliesst als die ältere davon nichts
wissen wollte.
Das erste Moment nun, auf den Orient gleichmässig wie auf den
Occident eingewirkt zu haben und zugleich auch im innersten
Zusammenhänge mit der römischen Geschichte gestanden zu sein,
kommt vor Allem der Verlegung der Residenz römischer
Kaiser von Rom und Italien, von der Nähe der Küste von Karthago,
von dem Südabhange der Alpen nach der Schwelle von
Europa und Asien, nach Konstantinopel zu, das im Angesichte des
Orientes an den Ausläufern des schwarzen und des mittelländischen
Meeres gebaut eine fortwährende Drohung für den Orient und dessen
bedeutendstes Reich der damaligen Zeit, das neupersische war ')•
Konstantinopel setzte zu seinem Bestände einen Wall asiatischer
Provinzen voraus. Es war unschwer einzusehen, dass ein Reich, dessen
Hauptstadt auf dem Grunde von Byzantion gebaut war und ringsum
griechische Städte zu Nachbarn hatte, nicht im lateinischen, sondern
im griechischen Theile des Reiches lag und eine vorzugsweise griechische
Bevölkerung erlangte, auch diesem Element des römischen Reiches
eine Stärkung verschaffen werde, wenn auch die Gründung von
Konstantinopel noch nicht unmittelbar voraussetzte, dass das Reich
selbst ein griechisches werden würde. Dazu war damals das lateinische
Element noch zu sehr überwiegend und es bedurfte dazu Ereignisse,
welche sich im Jahre 330, dem Gründungsjahre von Kon-1
) Vergl.Lazare de Phare hist. d’Armenie. V. Lauglois collection des historieire anciens
et modernes de TArmenie. T. II. p. 261.