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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 65. Band, (Jahrgang 1870)

Über  die  richtige  Abgrenzung  der  alten  Geschichte  etc.

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Einfluss  ausgeiibt  haben,  nachdem  dieses  sich  mit  dem  Bestände
der  civilisirten  Welt  identificirt  hatte  und  selbst  den  Chinesen,
welche  im  äussersten  Osten  Asiens  das  Gesicht  dem  grössten  aller
Oceane  zugewendet,  ihre  Jahrtausende  zählende  Cultur  wahrten,
Ehrerbietung  einftösste.  Nur  muss,  wie  Stoddart  richtig  bemerkte,
als  Eintheilungsgrund  eine  Thatsache’  genommen  werden,  die  für
die  orientalische  Welt  eine  ebenso  grosse  Bedeutung  gewann  ,  als
für  die  oecidentale.  Sie  muss,  möchte  ich  hinzusetzen,  auf  den
grossen  Weltenkampf  zwischen  Orient  und  Occident,  der  sich  in  der
alten  Geschichte  vollzieht,  einen  ebenso  grossen  Einfluss  gewinnen,
als  sie  andererseits  einen  Gegensatz  zu  der  ganzen  bisherigen
Entwicklung  bezeichnen  muss,  an  welchen  sich  naturgemäss  die
neue  Entwicklung  ebenso  anschliesst  als  die  ältere  davon  nichts
wissen  wollte.
Das  erste  Moment  nun,  auf  den  Orient  gleichmässig  wie  auf  den
Occident  eingewirkt  zu  haben  und  zugleich  auch  im  innersten
Zusammenhänge  mit  der  römischen  Geschichte  gestanden  zu  sein,
kommt  vor  Allem  der  Verlegung  der  Residenz  römischer
Kaiser  von  Rom  und  Italien,  von  der  Nähe  der  Küste  von  Karthago, ­
  von  dem  Südabhange  der  Alpen  nach  der  Schwelle  von
Europa  und  Asien,  nach  Konstantinopel  zu,  das  im  Angesichte  des
Orientes  an  den  Ausläufern  des  schwarzen  und  des  mittelländischen
Meeres  gebaut  eine  fortwährende  Drohung  für  den  Orient  und  dessen
bedeutendstes  Reich  der  damaligen  Zeit,  das  neupersische  war  ')•
Konstantinopel  setzte  zu  seinem  Bestände  einen  Wall  asiatischer
Provinzen  voraus.  Es  war  unschwer  einzusehen,  dass  ein  Reich,  dessen
Hauptstadt  auf  dem  Grunde  von  Byzantion  gebaut  war  und  ringsum
griechische  Städte  zu  Nachbarn  hatte,  nicht  im  lateinischen,  sondern
im  griechischen  Theile  des  Reiches  lag  und  eine  vorzugsweise  griechische ­
  Bevölkerung  erlangte,  auch  diesem  Element  des  römischen  Reiches
eine  Stärkung  verschaffen  werde,  wenn  auch  die  Gründung  von
Konstantinopel  noch  nicht  unmittelbar  voraussetzte,  dass  das  Reich
selbst  ein  griechisches  werden  würde.  Dazu  war  damals  das  lateinische ­
  Element  noch  zu  sehr  überwiegend  und  es  bedurfte  dazu  Ereignisse, ­
  welche  sich  im  Jahre  330,  dem  Gründungsjahre  von  Kon-1

 )  Vergl.Lazare  de  Phare  hist.  d’Armenie.  V.  Lauglois  collection  des  historieire  anciens
et  modernes  de  TArmenie.  T.  II.  p.  261.
            
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